#57 Hormone für Männer: Die 5 wichtigsten Punkte I Testo-Mangel erkennen & beheben I Östrogen & Progesteron

Shownotes

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01:30 Hormone: aktuelle Lage 05:00 Warum ist Testosteron so wichtig? 10:30 Wie wirkt Testosteron? 16:42 Warum haben wir weniger Testosteron? 18:24 Diagnostik & Vorgehen 42:54 Einstellung des Wertes 45:09 Wann Testosteron nicht nehmen 46:20 Östrogen & Progesteron

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[Sprecher 1] (0:00 - 0:16)

Zwei hatten mich irgendwann mal angerufen und gesagt, also ich wollte nur Bescheid geben, Testosteron ist kein Verhütungsmittel, ist ja Glückwunsch in dem Sinne. Also, ich würde mich nicht voll darauf verlassen, aber an sich sagt man, bei Kinderwunsch absetzen und wenn es funktioniert hat, dann kann man wieder beginnen, genau.

[Sprecher 2] (0:23 - 2:14)

Heute sprechen wir über ein Thema, zu dem Markus in der Praxis regelmäßig Anfragen bekommt und eigentlich so viele Fragen wie zu fast keinem anderen Thema bekommt, nämlich zu Hormonen und zwar insbesondere zu Hormonen bei Männern, weil wenn ihr es nicht wisst, der typische Mann heute in unserer westlichen Welt hat signifikant weniger Testosteron als der Mann früher und was das genau bedeutet, wo das eigentlich herkommt und ob du vielleicht was sich jetzt anpassen musst bei dir, das klären wir einmal hier in der Podcast-Folge, wie immer medizinisch fundiert, dank Dr. Markus Trissler. Herzlich willkommen, Markus. Markus ist Kardiologe, Internist, Ernährungsmediziner und vor allem seit knapp zehn Jahren auf das Thema Prävention spezialisiert und das hat natürlich total viel damit zu tun, was wir heute nämlich besprechen. Markus, ich würde einmal gerne mit dir durchgehen, durch so ein paar Themen, was die Hormone angeht, aber bevor wir rein starten, herzlich willkommen bei Long Game.

Wir bei Long Game wollen, dass möglichst viele Menschen lange und vor allem gesund leben und du im Hirn jetzt deine maximale Performance abrufst. Wir machen Prävention ohne Panikmache und dafür gibt es diesen Podcast. Markus, lass uns jetzt einmal gerne drüber sprechen.

Erstmal würde ich gerne verstehen, was ist eigentlich beim Testosteron los? Warum ist das niedrig? Woran liegt das?

Woran kann man es erkennen bei sich, ob man selber davon betroffen ist und was gibt es für Wege, wie man das eben dann bekämpfen kann? Das gilt einmal für Testosteron und ich würde aber auch gerne über andere Hormone, die vielleicht mehr aus dem weiblichen Kontext bekannt sind, Östrogen, Progesteron, auch einmal mit dir sprechen. Ganz wichtig für die weiblichen Zuhörerinnen, ist mit Sicherheit auch relevant, weil ihr mit Sicherheit auch einen Mann kennt bei euch im Leben.

Natürlich machen wir auch noch eine Fortsetzungsfolge, wo es eben um die weiblichen Hormone geht, aber vielleicht auch ganz spannend für jeden oder jede, die hier zuhört, dieses Thema einmal aufzuarbeiten. Also Markus, let's go. Wie ist die Lage gerade, was Hormone angeht?

[Sprecher 1] (2:14 - 4:07)

Ja, also es ist in der Tat, wie du gesagt hast, ich werde in der Praxis sehr häufig darauf angesprochen oder zunehmend mehr. Man muss sagen, davor war das Thema beim Mann überhaupt nicht präsent. Seit wann ist das?

Ja, es ist jetzt so in den letzten fünf Jahren so, hat es allmählich zugenommen. Davor war es einfach so, der Mann hat keine Menopause, also sprich Hormonveränderungen, Anführungszeichen. Als Mann spricht man nicht über Testosteron, weil wenn du zu wenig hast, dann bist du nicht mehr männlich, so ungefähr und damit hat jeder so ein Thema gehabt und du musst ja funktionieren, du musst ja der Fels in der Brennung sein.

Das hat sich zum Glück so ein bisschen verändert, die Denkweise oder die Sicht auf das Ganze. Plus, ich bin da relativ straightforward auch in den Patientengesprächen gewesen, dass man, wenn so allgemeine Symptome beschrieben wurden, ich eben auch mal gesagt habe, hier, vielleicht sollte man auch mal die Hormone angucken. Dann werden die Augen ganz groß und dann sagt man, ja, warum und wie und dann sagt man, pass auf, die Männer von heute haben halt im Schnitt 17 Prozent weniger Testosteronspiegel als vor, ja, gut 50, 60 Jahren sowas.

Und dementsprechend ist es ein Thema, das man auf dem Schirm haben muss. Zusätzlich haben, ja, die Männer eben auch verstanden, dass sie eine gewisse Performance halten wollen und das Performance eben auch mit Testosteron zusammenhängen kann und da wird deutlich mehr Interesse geweckt mittlerweile. Bisschen gefährlich dahingehend, weil mittlerweile sind wir jetzt schon, es ist halt immer so die klassische Entwicklung, es wird was Interessantes, dann schießt man wieder übers Ziel drüber, sodass durchaus auch einige Männer kommen, sagen, sie wollen mehr Performance geben, da muss doch mit Testo was gehen und gefühlt jeder jetzt eine Testosteron-Therapie haben möchte, wo man dann sagt, pass mal auf, es, lasst uns erst mal gucken, wo kommen wir denn überhaupt her und dann geht so ein ganzer Weg erst mal los, den wir, den man abklären muss und anschauen muss.

[Sprecher 2] (4:08 - 4:26)

Also ganz wichtig da zum Eingang zu sagen, man kennt ja auch dieses so, ich nehme Testosteron aus dem Bodybuilding, wo man sagt, damit will ich jetzt nichts zu tun haben, also das hat damit nichts zu tun. Wir reden über ganz, ganz andere Dosen, das ist sozusagen wie, wenn du mal ein Bier trinkst versus du machst irgendwie eine Flasche Wodka leer, so von solchen Dosen.

[Sprecher 1] (4:27 - 4:57)

Genau, das ist auch genau das, was ich, was ich allen im Vorfeld sage, es kann durchaus sein, dass wir an den Punkt kommen, wo wir über eine Testosteron-Ersatz-Therapie sprechen. Ich stelle niemanden darauf ein, dass wir jetzt ein Bodybuilder-Auseinandermachen und es gibt da auch Referenzwerte, wo man sagt, da ungefähr solltest du dich einpendeln. Das ist alles in einem Bereich, wo man quasi den Mann bringt, wo man sonst normalerweise stehen sollte.

Da sind wir aber weit weg von Überdosierung hochfahren etc.

[Sprecher 2] (4:58 - 5:06)

Und sag mal, also warum ist Testosteron so wichtig für ein gesundes und vor allem auch performantes Leben?

[Sprecher 1] (5:07 - 6:49)

Also Testosteron ist einfach ein Hormon, das quasi, wie gesagt, für Wachstum zuständig ist. Das heißt, es hat einfach Auswirkungen auf die Knochendichte, es hat Auswirkungen auf Muskelwachstum, es hat, was ja per se den Körper schon mal stärker macht, es hat Auswirkungen auf den Stoffwechsel auch und eben dadurch auch auf die Energie. Man muss eben hellhörig werden, dass, wenn jemand zu einem in die Praxis kommt und so ganz allgemeine Symptome berichtet.

Also mit, ich bin deutlich schneller gereizt als sonst oder die Lunte ist viel kürzer, der Kollege muss nur zwei Sätze falsch sagen und mir platzt schon der Hut. Oder ich merke, dass ich mir deutlich schlechte Dinge merken kann und ich konzentriere mich wirklich, aber es fällt mir sofort aus dem Kopf raus. Oder ich bin irgendwie immer müde, es ist alles so ein bisschen anstrengend.

Ich sehe zwar zehn Topics, die ich machen muss und dann denke ich mir so, wirklich Bock habe ich nicht, aber ich mache es halt. Das ist ein bisschen anders als so prädepressive Zustände. Bei einer Depression liegt man oder ist man da und hat so, schafft es gar nicht, das anzugehen.

Beim Testosteronmangel ist es eher so, dass man einfach keine Lust hat, Dinge voranzutreiben. Aber man macht sie halt, aber schwieriger. Eigentlich alles so Symptome, also immer müde, keine Kraft beim Sport oder auch dann gar nicht mehr zum Sport gehen, weil man so schlapp ist.

Alles so Symptome, dass, wenn man das einem sagt, man sagt, ich habe halt Stress, ich habe wenig geschlafen schon seit vier Wochen, ist ja klar, dass ich mich so fühle. Also das kann man so mit tausend Sachen wegbügeln eigentlich. Aber da muss man hellhörig werden.

[Sprecher 2] (6:49 - 8:03)

Was ja total spannend ist, weil wenn man jetzt aufmerksam hier Zuhörer, Zuhörerinnen von unserem Podcast ist, wir wollen ja diese großen vier Krankheiten vermeiden. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutzuckerkrankungen, also in Folgen von Diabetes, Demenz und Krebs. Und was du gerade gesagt hast, hat so eine Glocke bei mir erklingen lassen, weil also, wenn ich jetzt mich mehr aufrege, habe ich mehr Stress.

Wir wissen, dass Stress sich auf Bluthochdruck auswirkt, auf die Gefäßgesundheit. Das zahlt auf Herzinfarkt ein starkes Risiko ein. Stress zählt auch darauf ein, dass mein Demenz-Risikopotenzial steigt.

Dann schlafe ich weniger oder schlechter. Auch das zahlt darauf ein. Ich mache keinen Kraft- oder Ausdauersport mehr, weil ich nicht mehr in der Lage dazu bin.

Auch das zahlt darauf ein, dass ich krank bin. Also man merkt sozusagen auf einmal, aha, interessant, hier klingeln ein paar Glocken. Scheinbar, wenn ich eben hier zu gering aufgestellt bin, wenn ich einen Mangel habe, dann zahlt das eigentlich auf all meine großen Krankheiten ein, die ich eigentlich vermeiden möchte.

Also das ist bestimmt vorher die. Und gleichzeitig natürlich ganz klar, wir wollen ja auch Performance im Hier und Jetzt haben. Wir sind in der Rush-Hour des Lebens.

Wir haben ein Unternehmen, wir haben einen Job, wir haben eine Familie, wir haben Kinder im Zweifel. Da will man ja auch einfach nicht abgeschlafen werden. Da will man ja die Power haben.

[Sprecher 1] (8:03 - 8:25)

Und deswegen ist es auch so ein Punkt, Gewichtsabnahme zum Beispiel. Manche können gar nicht richtig abnehmen, weil der Testosteronspiegel durch die mehr Fettzellen erniedrigt ist. Und das ist so ein Kreislauf, der sich dann entwickelt.

Also sprich, auch manchmal setzt man das Testosteron hoch, damit die Person überhaupt auch erst abnehmen kann. Also auch das gibt es durchaus mal.

[Sprecher 2] (8:25 - 8:40)

Spannend. Also dadurch merkt man so ein bisschen, okay, es scheint wirklich, wenn es einem mangelt, kann es wirklich einem die Lebensqualität und vor allem auch die gesunde Lebenserwartung echt runterziehen. Verstanden.

Gibt es sonst noch was, was man dazu beachten sollte?

[Sprecher 1] (8:41 - 10:17)

Also es ist deutlicher verschrien, als es in Wirklichkeit ist. Klar, wie du vorhin gesagt hast, es kommt halt, wann ist die Bevölkerung mit Testosteron in Verbindung gekommen? Eben durchs Bodybuilding.

Und das ist das Bild, das sich im Kopf festgesetzt hat. Man muss natürlich schon ein paar Sachen beachten und auf dem Schirm haben, wenn man mit Testosteronsubstitution beginnt. Es ist völlig dämlich, wenn man einfach sich in irgendwelchen Märkten oder sonst wie das Zeug herholt und sich spritzt und gibt, weil man dann einfach nicht weiß, in welchen Bereichen läuft man und keine Ahnung hat, wo man da hin muss.

Da kann ich richtig, richtig Blödsinn machen, weil Testosteron kann, kommen wir später noch mal darauf, eben andere Hormonreihen oder Hormonproduktionen wirklich auch runterfahren und nachhaltig verändern. Sprich, mein Körper braucht seine Hormonregulation, damit er richtig funktioniert. Und wenn ich die kaputt mache, mache ich viel kaputt.

Plus, es ist ein anaboles Hormon, also sprich, es ist ein Hormon, das zum Wachstum anregt. Bedeutet natürlich, wenn ich irgendwo in meinem Körper was habe, was ich jetzt nicht möchte, was irgendwie wachsen sollte, also sprich in Richtung Krebsvorstufen oder irgendwas, gehe ich natürlich potenziell das Risiko ein, dass ich auch diese Zellen weiter zum Wachsen anrege. Das heißt, ich muss, bevor ich mit so einem Zeug anfange, wirklich mir ein Bild machen, dass da nichts ist, was man irgendwie aufwecken kann, was man nicht möchte.

Also es ist kein No-Brainer? Es ist kein No-Brainer, aber wenn das medizinisch überwacht ist und man den Weg gemeinsam geht, ist es jetzt auch kein Hexenwerk in dem Sinne.

[Sprecher 2] (10:17 - 10:42)

Okay, und jetzt wollen wir ja einmal gemeinsam eben das Thema einmal hier rausholen im Podcast, was du in der Praxis wirklich machst. Also, wie erkennt man so einen Mangel? Was sind die nächsten Schritte, die du einleitest?

Und wie verläuft das generell? Das gehen wir jetzt einmal gleich durch. Bevor wir das machen, nur einmal kurz noch einen Abstecher da rein.

Was macht denn Testosteron eigentlich im Körper? Und wo kommt das eigentlich her? Also, dass man so ein bisschen versteht, wie wirkt das denn eigentlich?

[Sprecher 1] (10:44 - 11:30)

Also, Testosteron wird aus Vorstufen von Kortisol quasi gebildet, also dem Stresshormon selber mit. Und wird zu 95 Prozent im Hoden produziert. Und da gibt es verschiedene Übergangsstufen, wie ich das Hormon umbauen muss, dass ich am Ende Testosteron habe.

Und dann gibt es quasi noch eine noch aktivere Form quasi. Und aus Testosteron können eben auch andere weibliche Hormone mit entstehen. So, dass man eben immer gucken muss, genau dieses Wechselspiel zwischen Gas geben und Bremsen.

Also, wie viel habe ich von welchem Hormon, dass ich eben genügend Testosteron habe, aber eben die anderen Hormone nicht draus entwickelt werden.

[Sprecher 2] (11:30 - 11:43)

Kann ich einmal fragen, ohne jetzt hier zu nerdy zu werden, aber was ist denn genau ein Hormon? Also, ich kenne ja das Prinzip aus dem Körper. Wir haben ja schon über Proteine mal gesprochen.

Schlüssel, Schlüsselloch. Du schickst ein Protein irgendwo hin.

[Sprecher 1] (11:43 - 12:07)

Hormon ist nicht gleich Hormon. Es gibt unterschiedliche Formen. Es gibt Eiweiße, also Proteine, die Hormone darstellen.

Es gibt aber auch sogenannte Steroid-Hormone. Also, das sind Hormone, die aus Cholesterin entstehen. Also, Cholesterin und dann wird es zu Kortisol umgebaut, also dem Stresshormon.

Und daraus entsteht dann Testosteron. Das heißt, Testosteron entwickelt sich aus Blutfett, aus Cholesterin, wenn man so möchte.

[Sprecher 2] (12:08 - 12:12)

Okay, also Cholesterin, Blutfette, Kortisol, Stresshormon und dann Testosteron.

[Sprecher 1] (12:13 - 12:14)

So, Stärker Hormon.

[Sprecher 2] (12:15 - 12:30)

Und das läuft aber, also wir kennen ja aus diesem Protein-Kontext, kennen wir dieses Schlüssel-Schlüsselloch-Prinzip. Also, du hast einen Stoff, der dockt irgendwo eine Zelle im Körper an und dann macht der Körper was, meinetwegen Stoff und dann Muskelwachstum. Und so läuft es auch bei einem...

[Sprecher 1] (12:30 - 12:30)

Genau.

[Sprecher 2] (12:31 - 12:32)

Also, es ist einfach auch ein Schlüssel-Schlüsselloch-Prinzip.

[Sprecher 1] (12:32 - 14:07)

Es ist immer ein Schlüssel-Schlüsselloch-Prinzip, sodass das Ganze an der Zelle ankommt und dann wird meistens irgendein Rezeptor angeschaltet, der dann einen Prozess in der Zelle auslöst, die dann eine gewisse Wirkung hat. Entweder mehr Energie oder mehr Wachstum, mehr Zellteil oder whatever. Wichtig ist nur, dieses Hormon, also wie kriege ich das von dem einen Organ zum anderen oder zu den Zellen und der Transport geht immer über die Blutbahn.

Es ist aber so, dass das Hormon selber nicht einfach in der Blutbahn rumschwimmen kann, sondern es braucht immer einen Transporter. Also, das heißt, das Hormon wird an der Bildungszelle, also in dem Fall Testosteron am Hoden, gebildet, wird an einen Transporter dran gepackt. In dem Fall, das sind Eiweiße, also Proteine, die das im Blut transportieren.

Und die fahren das quasi durch den ganzen Körper und bringen das dann zu den Zellen, zu den Organen, wo das Testosteron wirken soll. Da gibt es zwei Transporter. Das eine ist Albumin, so ist es wurscht.

Und das andere ist ein, da ist Medizin wieder sehr einfach, ein sexual-hormon-bindendes Eiweiß, so heißt es. Man sagt, was macht das? Ach, das macht das, also nenn ich es so.

Wichtig ist, das gebundene Testosteron ist das, das man, oder eben an den Transporter gehängte Testosteron, ist das, was ich normal über die Blutkontrolle messen kann. Aber das ist das, das nicht aktiv wirksam ist. Sondern nur, wenn das nicht mehr an dem Auto hängt, dann kann es wieder wirken.

Okay, verstanden.

[Sprecher 2] (14:07 - 14:29)

Also einmal kurz einen Punkt machen. Das heißt, nur zum Verständnis, weil ich glaube, die Beziehung ist total spannend und die war mir vorher auch gar nicht klar. Also Blutqualität mit Cholesterin hängt mit dem, daraus wird das Stresshormon gebaut und daraus wird das Testosteron gebaut.

Diesen Zusammenhang ist, glaube ich, total wichtig, weil spannenderweise ja sowohl Stress als auch Übergewicht, als auch eine Blutfettkontrolle, alles darauf einzahlt.

[Sprecher 1] (14:29 - 14:37)

Das heißt, wenn du anfängst, Blutfette zu senken, senkst du potenziell auch minimal den Testosteronspiegel natürlich mit.

[Sprecher 2] (14:37 - 15:00)

Lass danach gleich mal noch eingehen, wenn wir über die Theriotherapie sprechen, weil das ist auch spannend. Aber nur, dass das einmal der Zusammenhang ist, wie wir darüber gesprochen haben. Und dann sagst du, das Testosteron wird quasi gebildet, aber so viel, wie gebildet wird, kann man gar nicht messen.

Sondern man kann es nur in der Blutbahn messen und in der Blutbahn ist es nur drin quasi in einem Taxi, in einem Transporter. Es gibt zwei Transporter und diese Transporter misst man dann.

[Sprecher 1] (15:01 - 15:13)

Du misst schon das Hormon, aber das ist ja das, das im Blut rumfließt, weil du ziehst ja Blut raus und dann misst du, was ist drin. Das heißt, du misst das Hormon, das am Taxi dranhängt.

[Sprecher 2] (15:14 - 15:15)

Ach, das kann man messen?

[Sprecher 1] (15:15 - 16:31)

Du kannst es messen, aber du weißt, das ist das, was gebunden ist, also das Inaktive sozusagen. Das Aktive kannst du nicht messen, weil das steigt am roten Teppich aus und geht ganz schnell zur Zelle ran und dann wirkt es auch schon. Also das heißt, das Freie kannst du nicht messen.

Du kannst aber die einzelnen Taxis messen, also dieses sexualhormonbindende Eiweiß und das Albumin. Und aus dem Zusammenwert von Gesamttestosteron und diesen beiden Taxen kannst du das Freie rausrechnen. Und damit kannst du sagen, das ist das am Ende, was übrig bleibt, was wirkt.

Und das ist insofern wichtig, weil wenn ich dann eine Interpretation mache, ist da genügend Testosteron da oder nicht, kann es natürlich manchmal auch sein, dass jemand einen superperfekten Gesamttestosteronwert hat, der aber an unglaublich viel Taxis dranhängt oder Taxen dranhängt und damit einfach nur wenig freies Testosteron übrig bleibt. Und dann kann man eben sagen, pass auf, du hast eigentlich viel Gesamttestosteron, aber wenig Wirksames. Bedeutet, da passiert auch nichts im Körper.

Und entscheidend für diesen Mangel ist es wirklich, was kommt an bei den Organen? Genau. Wo stehe ich mit diesem freien Test, diesem wirksamen Testosteron?

[Sprecher 2] (16:32 - 16:45)

Okay. Und jetzt hast du am Angangs gesagt, heutzutage haben Männer deutlich weniger Testo als früher. Woran liegt das?

[Sprecher 1] (16:45 - 18:23)

Also es ist sicherlich so ein bisschen Entwicklungsart mit auch Ausbildung, Geschlechtshormone, wie viel wird produziert an sich. Aber es kommen schon sehr viele äußere Umstände mit dazu, weil es gibt eben sehr einfache Mittel, um Testosteron nach unten zu bringen oder einfach die Produktion zu beeinflussen. Da spielt Stress wahnsinnig mit rein.

Da spielt zum Beispiel Übergewicht wahnsinnig mit rein. Das ist dieser Teufelskreislauf, den ich vorhin gesagt habe. Jede Fettzelle, die ich zu viel habe, führt dazu, dass ich eine geringere Testosteronproduktion habe.

Je weniger Testosteron ich habe, desto leichter komme ich in ein Übergewicht, wieder mehr Fettzellen und so geht dieser Kreis immer weiter. Plus Schlafmangel ist auch ein Thema, was wahnsinnig auf die Testosteronproduktion Einfluss hat. Und unsere Lebensweise, unsere Umwelt hat sich einfach deutlich verändert mit Stress dazu genommen.

Die Leute sind deutlich übergewichtiger mittlerweile als vor mehreren Jahren und dadurch fährt da die Produktion deutlich runter. Also wie eingangs gesagt, in der Tat so verglichen zu vor 40, 50 Jahren sind wir im Schnitt 17 Prozent. Es gibt Studien, die gehen sogar bis 34 Prozent weniger Testosteronspiegel als damals.

Und das ist schon krass.

[Sprecher 2] (18:23 - 18:47)

Jetzt haben wir das Problem glaube ich verstanden, auch die Wirkweise verstanden. Ich würde jetzt einmal gerne durchgehen, wie du aus deiner präventivmedizinischen Sicht so eine Problemstellung jetzt aufarbeitest. Also vielleicht mal angefangen, ich komme zu dir rein in die Praxis.

Worauf achtest du zuerst und was für Untersuchungen sind sinnvoll, um eben das zu diagnostizieren?

[Sprecher 1] (18:47 - 22:48)

Also an sich, wenn man einfach kommt und sagt, ich möchte präventivmedizinisch schauen, wo stehe ich, wie läuft das? Dann werde ich dir sowieso einige Fragen stellen, wie dein Alltag ausschaut, wie das läuft, wie eben dann auch, wie fit bist du? Hast du irgendwelche eben diese schwachen Symptome, von denen man sagt, die hat man leicht.

Wenn sich in die Richtung bereits was zeigt, werde ich relativ bald auch die bisschen persönlicheren Fragen mit angehen. Also da bin ich auch relativ offen, dass ich dann zu meinem Patienten sage, hier, das sind sichere vier Wände. Wir wollen wirklich schauen, dass wo wir stehen, das auch überall abgeholt ist.

Manches muss man auch an sich wissen und dann muss man auch in das Thema eben Sexualität, Libido etc. reingehen. Wo man sagt, gibt es da Auffälligkeiten, also weniger Lust, Erektionsstärke etc.

Und da muss man sagen, da muss man jetzt mal eine Lanze für die Männer brechen. Ich hatte noch keinen, der da irgendwie dann komisch war oder gesagt hat, ja nee, rede ich nicht drüber oder so, sondern mal wirklich gesehen hat, dass der Weg mit einem gegangen wird, um zu schauen, ich möchte mich einmal von Grund auf gucken, wo stehe ich. Oftmals ist es aber so, dass das von sich aus schon gesagt wird, ich bin irgendwie nur noch schlapp oder ich kenne mich anders energetisch.

Und dann, also für mich gehört grundsätzlich bei einem präventivmedizinischen Ansatz einmal ein Hormonstatus dazu, weil ich wissen möchte, was los ist. An sich würde ich dann auch sagen, allein von dem, was du mir gerade erzählt hast, sollten wir einmal auch auf die Hormone schauen. Im Optimalfall sind die wunderbar, dann können wir uns über Stress, Schlaf etc.

unterhalten, aber vielleicht haben wir ein Thema. Und auf welche Hormone schaust du da alles? Genau, also da muss man einen Schritt zuvor noch sagen, da ist es sehr wichtig, wann ich das abnehme.

Also Hormone und in dem Fall jetzt gerade Testosteron sollte am Vormittag irgendwo zwischen 8 und 10 Uhr abgenommen werden, weil da ist der Peak von Testosteron am stärksten, also da habe ich den höchsten Wert und der nimmt im Laufe des Tages deutlich ab. Das heißt, wenn du jetzt am Nachmittag zu mir kommst und ich messe dein Testosteron, kann es sehr gut sein, dass wir quasi ein zu niedriges oder schulmedizinisch niedrig normales Testosteron messen, wo ich sage, na schau, wunderbar, passt doch, zu wenig, aber du eigentlich früh ein gutes hast. Wir müssen sehen, kannst du genügend Hormone produzieren, darum geht es.

Das heißt, der Wert muss am Morgen abgenommen werden. Und was schaue ich mir an? Wir haben ja im Körper verschiedene Achsen, das sagt man dazu.

Das heißt, im Kopf entsteht das Ganze, wir müssen Hormone produzieren und der Kopf baut Hormone, die dann in den Körper abgegeben werden, um die verschiedenen Organe zur weiteren Hormonbildung anzuregen. Und es gibt eben Hormone, die dann quasi an den Hoden gehen und dem Hoden sagen, fang jetzt mal an Testosteron zu produzieren. Vorhin hatte ich gesagt, wenn man irgendwie zu viel Testosteron produziert, dann kann es auch sein, dass man eben mehr die weiblichen Hormone, also auch Östrogen, Progesteron mitbekommt.

Das heißt, ich mache einmal die komplette Achse durch. Ich mache diese Kopfhormone, das ist FSH und LH, das ist die Abkürzung dafür. Ich schaue mir das Testosteron an, ich schaue mir Östrogen und Progesteron an.

Es gibt noch ein anderes Hormon, da brauchen wir jetzt nicht viel darüber reden, das ist Prolaktin, das ist auch im Kopf mitgemacht. Das muss man sich bei Männern auch immer mal noch angucken. Und dann schaue ich mir zusätzlich eben diese Taxen an, um dann das freie Testosteron berechnen zu können.

Und das sind so, wenn ich es jetzt rein auf das Universum um Testosteron beziehe, sind das die Hormone, die ich mir damit anschaue. Verstanden.

[Sprecher 2] (22:48 - 22:54)

Und Taxi ist nur, was wir jetzt mal an einem Ort haben, das sind Albumin und SHBG?

[Sprecher 1] (22:54 - 25:44)

Genau, weil SHBG steht für Sexual-Hormon-Bindendes und Globulin, Globulin ist quasi ein anderer Ausdruck für Eiweiß. Das Wort kann man irgendwo anders nennen, aus einer ein bisschen dubioseren Ecke. Das sind die, die ich mir anschaue.

Und dann kriege ich das Ergebnis und dann werde ich mir anschauen, welche sind zu hoch, welche sind zu niedrig, werde dann das freie Testosteron berechnen. Und dann sollte, also wenn man schon im Gesamttestosteron zu niedrig ist und selbst aus dem schulmedizinischen Bereich rausfällt, dann brauche ich das freie gar nicht mehr berechnen, weil das ist dann das freie Testosteron, das wirksame ist auch zu niedrig. Alle anderen Testosteronwerte berechne ich das freie, das wirksame Testosteron.

Und da gibt es für mich zwei Punkte. Wenn ich im unteren Drittel des Referenzwertes mich befinde, ist es für mich ein Aufforderungscharakter, dass ich sage, wenn ich in diesem Bereich bin und ich signifikant Symptome habe bei meinem Patienten, der wirklich beeinträchtigt ist durch gewisses, dann könnte das im direkten Zusammenhang stehen. Das heißt noch lange nicht, dass das Testosteron wirklich auch dann zu niedrig ist, aber es kommt in den Bereich, wo es sein kann.

Über was für einen Bereich sprechen wir denn da? Das kann man jetzt per se so nicht sagen, weil es gibt verschiedene Einheiten, wie ich Testosteron messen kann. Und damit auch jedes Labor macht das ein bisschen anders und muss auch seine Referenzwerte setzen.

Dementsprechend da muss man wirklich gucken, wo habe ich das abgenommen und welches Labor ist das? Allgemein kann man sagen, der Referenzwert, der von dem Labor dann rausgegeben wird, das weiß dann der Arzt. Und tendenziell, wenn ich da in dem unteren Drittel mich befinde, kann ich zumindest mal mit Gedanken zu machen.

Machen das Ärzte gerne mit, diese Reise? Die meisten gehen über das Gesamttestosteron und dann ist so, ja, die Werte sind noch gut, passt. Und meistens höre ich dann, die Symptome kommen halt von Stress, von hier und da und hast ja auch viel.

Weil es halt genau das Ding ist, es braucht wieder Zeit. Ich muss das ausrechnen, ich muss mich eindenken, ich muss es mit den Symptomen in Verbindung bringen. Plus, dann geht die Reise ja erst weiter.

Dann bin ich ja noch lange nicht an dem Punkt, dass ich sage, okay, komm, hier, schreib auf und gönn dir. Sondern natürlich ist es einfacher, dem zu sagen, schau, deine Werte sind noch wunderbar, lieg woanders. So, dann ist das der Ball bei dir, ich habe es vor dem Tisch und kann irgendwas anderes.

Machen sie weniger Stress. Genau, schauen sie ein bisschen weniger Stress, machen sie mehr Sport und schlafen sie mehr. Dann weiß jeder, das macht den gesund und gut ist es.

Aber das ist ja auch nicht der Ansatz.

[Sprecher 2] (25:44 - 26:21)

Wie so oft, ne? Man stellt sich immer wieder fest und natürlich muss man sich einfach ein bisschen klar machen, wenn man dieses Problem hat und wenn man es wirklich lösen möchte, dann muss man, glaube ich, ein bisschen auf diesen Gedankensatz ablegen. Ach, mit meiner Kasse wird das geregelt, ich will dir keinen Cent in die Hand nehmen, das muss die Kasse für mich zahlen und auch irgendein Arzt muss das für mich machen.

Dieser Ansatz wird einfach nicht funktionieren, wenn man so ein Problem für sich lösen möchte, wo man nicht gerade mit einem Herzinfarkt auf dem Tisch liegt, da hilft das System. Aber wenn du es halt wirklich präventiv agieren möchtest, musst du selber Geld in die Hand nehmen und du musst dafür einen Spezialisten bezahlen, der sich dafür die Zeit nehmen kann. Das geht einfach in unserem System, in Deutschland geht es einfach nicht.

[Sprecher 1] (26:21 - 28:13)

Und vor allem dann geht es los, wenn man die Therapie beginnt, muss sie begleitet werden und da muss man sich dann auskennen in den Hormonen. Es gibt sehr gute, spezialisierte Kolleginnen, die auf männliche Hormone spezialisiert sind, die gehen den Weg auch, aber das ist eben nicht so das Daily Business von jedem Arzt und darum wird es nicht begleitet. Angenommen, wir kommen an den Punkt, dass man sagt, okay, du hast die Symptome, du bist so im unteren Drittel oder kurz vor knapp drunter, dann kann man sagen, okay, könnte sein, dass es darauf zurückzuführen ist.

Dann muss ich mir mal Gedanken machen, wie schaut denn eben der Alltag aus. Also habe ich denn zusätzlich Hebel, die ich verändern kann? Weil wir hatten vorhin gesagt, Schlafmangel, Übergewicht, Bewegungsmangel, zu wenig Sport, zu viel Stress kann alles die Hormonproduktion beeinflussen.

Das heißt, natürlich kann ich jetzt dir den Tipp geben und sagen, dann krieg mal die ganzen anderen Punkte im Griff. Das wird dir dein Testosteron wieder hochbringen. Wird mit Sicherheit auch schon so sein.

Nur, ich kann ja manches gar nicht richtig durchführen, weil ich mit dem Testosteron abgefallen bin. Teufelskreis. Teufelskreis, genau, wieder so eine Spirale.

Drum ist es dann, wo ich sage, dann lass uns doch den Wert anheben, nicht übertherapieren, aber etwas anheben, um überhaupt mal wieder Energie in den Körper da zu bekommen, dass man die ganzen anderen Punkte angehen kann. Mit dem Weg, dass man sagt, man kontrolliert, wenn man mit Testosteron beginnt, nach sechs Wochen, wohin die Werte gehen, dass man eben in der richtigen Dosierung stärker ist. Eins ganz wichtig, bevor wir da starten, brauche ich ...

[Sprecher 2] (28:13 - 28:36)

Also ganz kurz, bevor wir jetzt rein, also noch mal zum Recap. Du schaust also erst mal drauf, wie schaut das restliche Leben aus? Sind da Faktoren wie Übergewicht, viel Stress und Schlaf?

Und dann musst du halt bewerten, gehst du erst mal diese Faktoren an? Zum Beispiel reduzierst du erst das Übergewicht? Oder sagst du, hey, lass uns direkt mit diesem Kickstart rein starten, weil es einfach so brutal schwierig ist, mit einem niedrigen Testosteronspiegel das Leben wieder auf die Kette zu kriegen?

[Sprecher 1] (28:36 - 28:51)

Richtig, und da ist es wirklich, das ist mega individuell, weil das merkt man so ein bisschen auch an der Person. Kommt es eher aus dem hormonellen Richtung her, oder habe ich ein anderes Thema, wo man dann entscheiden muss, welchen Hebel setzen wir jetzt als erstes?

[Sprecher 2] (28:51 - 28:58)

Okay, und jetzt sagen wir, weil das auch das Thema des Podcasts ist, du entscheidest dich mit den Patienten gemeinsam, wir machen jetzt eine Testosteron- oder Therapie.

[Sprecher 1] (28:58 - 32:18)

Genau, da möchte ich einen Punkt noch davor machen. Um eine Therapie zu starten, brauchst du eine zweite Kontrolle. Das heißt, wenn wir einmal einen auffälligen Wert haben, mache ich eine knappe Woche später das Gleiche noch mal mit der Blutentnahme am Morgen, dass es nicht eine Eintagsfliege war.

Hast du eine richtig beschissene Nacht davor gehabt, ist dein Wert im Eimer. Das merkt man, wenn ich eine Nacht davor habe. Genau, also zum Beispiel, wenn du weißt, ich habe einen Termin beim Doc Montagfrüh, da nehme ich ab, aber war jetzt Sonntagabend Anstieg Oktoberfest so ungefähr, brauchst du den Montag nicht messen, der ist jenseits von gut und böse im Keller, weil die Nacht ist einfach nichts und gut ist es.

Und dementsprechend muss man eben gucken, war es eine Eintagsfliege oder ist er nachweislich niedrig. Wenn es sich das zweite Mal so zeigt, dann kann ich mich quasi entscheiden und sagen, gut, lass mal starten. Und dann habe ich verschiedene Möglichkeiten.

Dann ist auch hier wieder bei den meisten im Kopf, was man von den Bodybuildern kennt, Nadel in die Hand, Spritze rein ins Fleisch. Also dementsprechend ist das das Erste, wo viele sagen, ja, muss ich jetzt da Testosteron spritzen, muss ich mir das selber spritzen. Da gibt es unterschiedliche Formen.

Womit ich gerne starte, und das sage ich jetzt bewusst, das zeigt so ein bisschen, wie mein Ansatz ist. Wir haben ja keinen Zeitdruck in dem Sinne, sondern wir gehen jetzt was an, was wir gut machen wollen. Wir haben auch keine Bühne, wo man irgendwie posten muss in drei Wochen, wo man immer hochspritzt.

Das heißt, man kann mal gucken, wie reagiert der Körper auf das Testosteron? Und da fange ich immer sehr, sehr sanft an. Oftmals ein bisschen zu zurückhaltend für den Betroffenen, weil der will natürlich sagen, das ist immer so der letzte Grashalm.

Jetzt geht es los, jetzt kommt der Bus, jetzt platze ich wie Popeye, wenn ich hier meinen Spinat drin habe. Wo ich sage, nee, Piano, das muss ich auch erst aufbauen. Also dementsprechend, ich fange immer mit dem Gel an.

Es gibt Testosteron als Gel. Das schmiert man sich auf den Oberschenkel oder auf die Schulter, auf den Oberarm. Das wird über die Haut aufgenommen.

Man muss ein bisschen gucken, dass jetzt nicht irgendwie Partnerinnen dran kommen oder Kinder oder Haustiere oder so, weil sonst platzen die aus dem Hemd. Aber an sich wird das über die Haut aufgenommen und man kriegt damit eigentlich die konstantesten Spiegel, wenn man so möchte. Dauert aber natürlich auch, die Resorptionsrate ist nicht so hoch.

Man muss dann schon ein bisschen mit der Dosierung spielen. Und dann nimmt man das mal und kontrolliert die Blutwerte nach sechs Wochen. Man muss sagen, nach zwei Wochen Einnahme, wenn die Dosierung passt, merkt man, wie sich die Grundenergie verändert.

Man ist ein bisschen mehr da, man hat wieder mehr Lust, die Punkte anzugehen, die auf der Tagesordnung stehen. Man ist ein bisschen fitter wieder im Kopf, wo man sagt, passt. So vier bis sechs Wochen merkt man, dass einfach auch so körperliche Aktivität, auch im Sport so ein bisschen ist.

Da muss man aber sagen, da passiert auch sehr, sehr, sehr viel im Kopf.

[Sprecher 2] (32:19 - 32:19)

Also auch im Plazido.

[Sprecher 1] (32:20 - 32:31)

Das ist Wahnsinn zu sehen, weil teilweise haben wir auch Nachweise, da passiert in den Blutwerten fast gar nichts. Und die Leute kommen zu uns und sagen, ich drücke irgendwie ein Drittel mehr auf der Bank. Willkommen in der Welt der Psyche.

[Sprecher 2] (32:32 - 32:33)

Sagst du das den Leuten dann?

[Sprecher 1] (32:33 - 33:08)

Vollgas. Das ist doch super zu sehen, was allein die Überlegung bei einem schon mal ausmacht. Heißt dann nämlich, wenn wir künftig mit dem Testo rausgehen, brauchst du dir überhaupt nicht denken, oh Gott, jetzt habe ich kein Testo mehr in mir drin, jetzt bin ich so schwach.

Nee, wir haben es bewiesen, du weißt, wo du stehst, alles ist gut. Und dann kann man sagen, jetzt lass uns in Ruhe um die anderen Punkte kümmern. Und dementsprechend ist es total cool.

Und nach sechs Wochen merkt man, dass sich die sexuellen Dinge, falls da eine Einschränkung war, auch verändern. Also das braucht schon Zeit. Wie gesagt, das ist nicht der Popeye-Effekt.

[Sprecher 2] (33:08 - 33:17)

Du hast mir mal eine ganz witzige Story erzählt, das ist auch geil, dass du manchmal nach so zwei Tagen, nachdem die das erste Mal das raufgeschmiert haben, angerufen wirst, Markus, ich bin dein Feuermann.

[Sprecher 1] (33:18 - 33:30)

Ich fühle mich so viel besser. Und ich merke schon voll, da grätsche ich noch nicht rein, sondern ich warte die nächste Blutkontrolle an. Weil ich mir denke, die Freude nehme ich dir jetzt nicht.

[Sprecher 2] (33:30 - 33:47)

Ja, klar. Was es auch für eine Lebensqualität sein muss. Übrigens, bei diesem Psycho-Effekt, da wäre ich, glaube ich, auch der allererste Kandidat.

Wenn ich mir schon den koffeinfreien Espresso reinballere, auch dann bin ich so, dann muss ich mal fragen, ist da wirklich kein Koffein drin? Also klar, aber cool.

[Sprecher 1] (33:47 - 35:59)

Okay, check. Aber andersrum, wenn es wirklich der Grund ist, was sich doch häufiger zeigt als man denkt, es gibt auch da so tolle Storys. Und das wirklich durch alle Altersgruppen durch.

Es sind jetzt nicht nur die mit 40, Anfang 50-Jährigen oder so, die da kommen. Ich habe in der Tat auch ein paar mit 30er schon gehabt. Hatte auch schon mal einen Patienten mit Anfang 80, Ende 70, Anfang 80, der ganz anders jetzt durch seinen Alltag geht.

Das ist total cool. Läuft alles soweit. Bei einem war es so, der hätte von seinem Urologen Viagra, also das Potenzmittel, verschrieben bekommen, weil er hat gesagt, ist jetzt ein bisschen schwierig alles.

Aber ich bin ja nur, weil ich 80 bin. Und ich habe ihn da schon hart abgefeiert. Und dann hat er gesagt, aber Testosteronwerte sind halt auch nichts bei ihm.

Und dann habe ich so ein bisschen den Urologen overruled und habe zu ihm gesagt, wenn er mit mir den Weg geht, dann lass doch lieber mal Hormon ausgleichen, weil das bringt ihm für seine Muskeln was. Der kam sechs Wochen später und hat gesagt, im Sport ist es besser, er macht seinen Alltag besser, der Rest ist auch besser. Und dann habe ich gesagt, dann lassen wir das Viagra weg.

Also das ist echt schön zu sehen auch. Also man muss da schon drauf gucken. Genau, und darum ist es so, ich fange immer mit dem Gel an.

Und dann sieht man eben im Verlauf, wohin gehen die Werte, brauche ich die Dosierung stärker oder nicht. Es gibt aber durchaus auch mal, dass man auf das Gel nicht ausreichend anschlägt oder nicht ausreichend resorbiert. Oder in der Dosierung so viel braucht, dass man so viel Menge aufschmieren muss, dass es gefühlt eine halbe Bodylotion wird, wo man sagt, komm, lass gut sein.

Dann kann man auch mal den Schritt gehen und sagen, dann spritzen wir das Ganze. Und da gibt es unterschiedlichste Ansätze. Also da gibt es etwas, was man alle zwei Wochen als Depot spritzt.

Man kann es wöchentlich machen, man kann niedrige Dosierungen alle drei Tage machen, um einen konstanteren Spiegel zu bekommen. Das ist dann so ein bisschen auch hier, wie schlägt man darauf an, wie lange hält das Depot? Wie oft hat man auch Bock, sich eine Spritze zu geben?

Das ist natürlich auch so ein Thema. Also das ist dann wirklich eine individuelle Beratung, die man da macht, genau.

[Sprecher 2] (36:00 - 36:09)

Okay. Jetzt kennen wir ja das Thema von unserem Mitbegründer Marko. Der Marko hat ja, oder macht mit dir eine TRT.

[Sprecher 1] (36:09 - 36:13)

Also TRT ist Testosteron Replacement Therapy.

[Sprecher 2] (36:13 - 36:27)

Jetzt habe ich mal einen Fachfortwurf und du kurierst mich. Ich finde es total geil. Lunch geht auf dich heute auf jeden Fall.

Nee, aber und der hat mir erzählt von einer kleinen Hafenrundfahrt, die er machen musste, bevor er da eben loslegen konnte.

[Sprecher 1] (36:27 - 36:28)

Genau.

[Sprecher 2] (36:28 - 36:32)

Was hat es da mit auf sich? Was für Untersuchungen machst du nochmal im Vorfeld, bevor es losgeht?

[Sprecher 1] (36:32 - 37:19)

Also ich mache mir an sich einmal einen Überblick von den Organen im Allgemeinen. Also da vor allem auch der Bauchorgane, dass man mit Ultraschall einmal drauf schaut. Wir haben grundsätzlich auch einige Blutwerte, die indirekte Hinweise geben könnten, wenn Prozesse im Körper ablaufen, die man jetzt nicht haben möchte.

Also dass man sagt, gibt es da Hinweise? Das heißt Blutabnahme. Und was ich immer mache ist, bevor ich mit einer Testosteron- Therapie anfange, schicke ich die Patienten zum Urologen.

Was macht der Urologe? Der Urologe muss einmal quasi auch beim Mann Brustkrebs ausschließen und vor allem eben Prostata und Hodenkrebs ausschließen. Also ganz kurz, dass er schon da noch nicht da ist?

[Sprecher 2] (37:19 - 37:20)

Genau.

[Sprecher 1] (37:20 - 37:57)

Dass er nicht schon da ist. Weil, klar, Mini-Vorstufen müsste man weitere Diagnostik machen. Dieses Risiko habe ich immer zu einem Hauch, dass jetzt da irgendwo eine Zelle sitzt, die wir nicht sehen mit dem Ultraschall, weil wir sehen natürlich erst, wenn da schon ein Zell Batzen ist, die dann auf einmal angeschossen wird.

Das Risiko ist immer da. Das muss mir auch bewusst sein, wenn ich so eine Therapie mache, ist es da. Ist aber, wenn ich in den menschlichen Bereichen bleibe und nicht in die Überdosierung gehe, ist das Risiko verhältnismäßig gering.

[Sprecher 2] (37:58 - 38:19)

Nur zum Verständnis einmal für den Zuhörer, in meinen leidenhaften Worten erklärt, Testosteron macht, dass alles im Körper wächst. Wenn alles wächst, kann auch vielleicht Krebs wachsen. Das ist so ein Grundprinzip, wo wir immer aufpassen wollen.

Weil je mehr Zellen wachsen, desto eher können Zellen mutieren und eine Zellmutation ist Krebs. Du hast so viel gelernt.

[Sprecher 1] (38:20 - 38:21)

Aber genau so ist es.

[Sprecher 2] (38:21 - 38:29)

Du ersetzt eigentlich nur den Testosteronspiegel, der schon vorher bei einem gesunden Mann da war.

[Sprecher 1] (38:29 - 38:34)

Ich gleich nur das Delta aus. Das Risiko ist verhältnismäßig gering.

[Sprecher 2] (38:34 - 38:48)

Was, wenn ich jetzt mal, jetzt haben ja viele Prostatakrebs, das ist ja die Nummer eins Krebsart bei Männern. Wenn ich das in der Familie habe, würdest du dann sagen, hey, dann lieber nicht anpacken?

[Sprecher 1] (38:48 - 40:35)

Klar, ich bring potenziell ein höheres Risiko mit. Aber wenn nichts da ist, ist nichts da. Und dementsprechend muss vorher einmal ausgeschlossen werden, dass gerade was da ist.

Und wenn vom Urologen das normal ausschaut und alles passt, dann ist es okay. Vergrößerte Prostata, das wäre jetzt so die nächste Frage, die dann dem Mann, der sich schon mal mit der Prostata auseinandergesetzt hat, kommt. Weil klar, eine Prostata, ein Organ, das wächst, schubst dich ja damit auch an.

Das kann schon auch mal dazu führen, dass sie ein bisschen mehr wächst, die Prostata. Aber auch hier nicht unbedingt so signifikant mehr als der Wachstumsverlauf, wie er sonst auch wäre. Also auch da kann ich tendenziell entspannt sein.

Also das muss man auch einmal abklären. Wenn die vom Urologen zurückkommen und sagen, also da ist alles tutti, dann können wir mit dem Ganzen starten. Und dann macht man nach sechs Wochen die Blutkontrolle.

Und da eben dann in der Blutkontrolle nicht nur wieder die Hormone und diese Trägertaxen, sondern weil eben Testosteron ein Hormon ist, das den Körper zu Wachstum anregt, schaue ich mir Leberwerte an, weil das kann eben da eine Veränderung geben. Ich schaue mir die Hormone natürlich an. Ich schaue mir den Prostata-Wert an, diesen PSA-Wert, ob da eine Dynamik ist.

Und ich schaue mir die Blutbildung an, weil eben auch die Blutbildung durch das Testosteron angeregt werden kann. Und je mehr Blutkörperchen ich habe, desto dicker kann das Blut werden und desto leichter können Blutgerinnsel entstehen. Und das ist eben etwas, was ich verhindern möchte.

Und darum muss ich sagen, ich schaue, wohin da die Reise geht. Wenn das alles stabil bleibt, kann ich ganz normal weitertherapieren. Check.

[Sprecher 2] (40:36 - 40:41)

Und dann läuft es ganz normal weiter? Oder hat das ein Abschlussdatum, diese Testosteron-Herztherapie?

[Sprecher 1] (40:41 - 41:48)

Kommt ganz drauf an. Also es kann durchaus sein, also man unterscheidet ein bisschen, ob der Hoden per se das Hormon nicht bilden kann oder ob eben vom Kopf zu wenig Info kommt, dass er das macht. Oder ob es eben nur funktionell sich darstellt, sprich, dass eben durch äußere Einflüsse es schlechter geht.

Und wenn man merkt, okay, die Energie kommt und mir geht es besser und das läuft alles, dann fange ich an, die umliegenden Strukturen einzustellen. Also dann müssen wir wirklich ins Stressmanagement. Dann muss aber auch trainiert werden.

Oder Gewicht abgenommen werden. Und wenn wir die Punkte eingestellt haben, dann gehe ich auch mit der Testosteron-Substitution wieder raus. Also da muss man dann schauen, war es nur der Grund, dass ich jemanden wieder auf ein anderes Level bringen muss und jetzt ist Stress weg.

Alles, was quasi im Vorfeld des Testosteron vielleicht runtergedrückt hat, wenn er das auf dem Level halten kann, ist alles gut. Aber wenn es eben dann doch ist, wo man sagt, es ist ein dauerhafter Meilen, kann man das auch dauerhaft machen. Aber im Prinzip mache ich immer, dass ich nochmal runterfahre und einen Auslassversuch mache.

[Sprecher 2] (41:48 - 42:00)

Im Verlauf. Also woran erkennst du das, ob der Körper selber dann das produziert? Ist es so, dass du dann quasi überschießt, was Testosteron angeht?

Nein, sondern du bleibst in dem Level dann.

[Sprecher 1] (42:00 - 42:54)

Also dahingehend ist... Also du würdest es einmal wegnehmen und sagen, bleibst... Genau, man schleicht es aus, sagt man.

Also du nimmst es weg über eine Zeit und dann lässt du es einfach weg und machst weiter Blutkontrollen. Und dann siehst du, wo pendelt sich der neue Wert ein sozusagen. Und wenn du...

Das kann schon erstmal droppen am Anfang, weil der Körper erstmal kapieren muss, oh, jetzt kommt ja nichts mehr, jetzt muss ich wieder selber Gas geben. Das kann eine Zeit lang dauern. Das kann Wochen bis Monate in dem niedrigen Bereich sein.

Das kann sogar bis so ein, zwei Jahren im Extremfall dauern, wenn ich sehr hoch dosiert habe. Aber normalerweise ist es so, dass nach zwei, drei Monaten sollte man sehen, dass sich langsam wieder einpendelt und der Wert auch wieder ansteigt und kommt, falls er am Anfang gedroppt ist. Und dann sieht man, packt der Körper das oder habe ich irgendwie ein dauerhaftes Problem.

[Sprecher 2] (42:54 - 42:56)

Kann man also sich dauerhaft kaputt machen damit?

[Sprecher 1] (42:57 - 43:13)

Also du kannst den Körper entwöhnen und dann sagt er, cool, wenn es von außen kommt, mache ich nichts mehr. Und aber dann auch wirklich die Kurve nicht mehr bekommt, um die Produktion wieder anzuschaffen. Vor allem aber gerade, wenn du in der Übersubstitution bist, weil dann fährst du einfach alles nieder.

[Sprecher 2] (43:14 - 43:38)

Okay, also wenn du mehr dir gibst, als der Körper im normalen Bereich bräuchte. Genau. Ja, total spannend.

Also ich stelle es mir aber schwer vor, dass ich einmal quasi geheilt bin, ich fühle mich energetisch, ich gebe Gas, dann wird es ausgeschlichen, wie du es gesagt hast, also wird meine externe Testo-Zufuhr reduziert und dann geht mein Spiegel wieder runter. Dann habe ich ja wieder dieselben Themen. Also das stelle ich mir brutal schwierig vor.

[Sprecher 1] (43:38 - 43:47)

Und das ist eben schon so ein Punkt, du musst halt, also du baust über die Zeit natürlich noch mal eine ganz andere Bindung auch mit auf. Was heißt Bindung?

[Sprecher 2] (43:47 - 43:47)

Zu dir oder was?

[Sprecher 1] (43:48 - 46:15)

Bindung zu den Patienten. Du sprichst es immer, du checkst gegen, wo steht er jetzt, was hat sich im Leben verändert, was macht man jetzt? Und ich finde, du musst halt wirklich ganz, ganz, ganz, ganz klar kommunizieren, wo man jetzt steht, was ist die Überlegung dahinter und eben einen auch mental mit abholen, weil gerade wenn du mit dem Testosteron rausgehst, du musst auch dem Betroffenen zeigen, schau mal, das hast du jetzt schon verändert, da stehst du, das funktioniert schon, das wird auch funktionieren, wenn wir mit dem Testosteron raus gehen, damit eben genau diese mentale Brücke genommen wird, zu sagen, oh, jetzt nehme ich was, jetzt verändert sich wieder was, man achtet automatisch drauf und wartet drauf, dass sich was ins Gegenteil wieder entwickelt und da muss man jemanden schon auch mental mit begleiten, dass man dem Körper auch die Chance geben kann, das wieder zu gehen.

Das braucht Zeit, das ist halt wieder so ein Punkt, die Zeit haben in unserem System nicht alle Ärzte oder wenig und eben auch viele haben jetzt einfach auch nicht so wahnsinnig Lust, einen da immer wieder so zu begleiten. Weil man halt nur redet. Aber wie gesagt, das ist halt das absolut wichtigste, diese Anbindung zu haben.

Ein Punkt noch, dass man so ein bisschen aufpassen muss, ich kann das nicht nur mit Testosteron um mich werfen, sondern ich muss die Lebenssituation verstehen, gerade auch so ein Thema Kinderwunsch oder so, da hat, ein bisschen paradoxerweise Testosteron kann Auswirkungen auf die Spermienproduktion oder Qualität haben und dementsprechend ist es eher so, dass wenn ich einen Kinderwunsch habe, sollte ich eigentlich Testosteron nicht geben.

Ich habe zwei Patienten, die haben sich gedacht so, na komm, ich habe jetzt Testo, es wird schon nicht so gut funktionieren und haben lustig drauf losgelegt, weil sie gesagt haben, na gut, wenn es passiert, ist es schön und wenn nicht, dann halt wurscht. Und die haben schon ewig rumprobiert und um zwei hatten mich irgendwann mal angerufen und gesagt, also, ich wollte dir nur Bescheid geben, Testosteron ist kein Verhütungsmittel und ein Glückwunsch in dem Sinne. Also, ich würde mich nicht voll darauf verlassen, aber im an sich sagt man, bei Kinderwunsch absetzen und wenn es funktioniert hat, dann kann man wieder beginnen.

Genau. Das nur noch als kleinen Nebensatz. Genau.

Check.

[Sprecher 2] (46:17 - 46:34)

Testosteron, Haken dran? Von mir aus gar nicht. Dann von mir aus auch.

Es gibt noch ein paar andere Hormone, da wollen wir nicht so in der Tiefe durchgehen, wie wir es jetzt schon bei Testo gemacht haben, nur, dass wir es auf dem Schirm haben, was auch noch relevant ist, nämlich Hormone, die eigentlich man aus dem weiblichen Kontext eigentlich normalerweise kennt.

[Sprecher 1] (46:35 - 48:40)

Ja, genau. Also, du hast ja nicht nur Testosteron, sondern es ist auch Östrogen und Progesteron. Musst du ja auch ein bisschen im Auge haben, weil aus Testosteron wird Östrogen mitproduziert.

Da gibt es ein Enzym, das macht das. Natürlich brauche ich als Mann auch Östrogen. Gerade auch Thema Knochenstoffwechsel in die Richtung.

Aber ich möchte natürlich nicht eine Überproduktion von Östrogen und Progesteron haben, weil es sind natürlich die Hormone, die die weiblichen Geschlechtshormone oder auch Geschlechtsorgane mitbilden. Also, wenn ich zu viel Östrogen habe, eben gerade auch so Brustwachstum, also wie eine weibliche Brust imponierend so ein bisschen in die Richtung gehen, will man als Mann jetzt nicht unbedingt. Ich möchte das Testo, dass die Brust anders wächst.

Und dementsprechend muss ich eben gucken, wie stark wenn ich Testosteron gebe, wie stark ist diese Konversion, also von Testosteron zu Östrogen. Ist dann auch genau der Punkt, man spricht jetzt von Bodybuilder-Akne, also Pickel, die entstehen. Das entsteht auch bei zu viel Östrogen, Progesteron, wenn ich eben zu viel umwandle.

Da muss man eben auch gucken, wie verhält sich die Haut zum Beispiel. Darum brauche ich die anderen Werte mit dabei, um zu sehen, wie viel von dem Testosteron bleibt Testosteron und wie aktiv ist dieses andere Enzym eben. Zusätzlich ist es auch, ich muss einfach diese Hormonkette im Blick haben, weil zum Beispiel Progesteron hat im Hirn so ein bisschen eine dämpfende Wirkung, gerade auch so Einschlafprozess wird da ein bisschen mitgeleitet.

Ganz selten nimmt man auch mal Progesteron als Hormon beim Mann, um den Schlafrhythmus wieder herzustellen. Sprich, auch hier muss ich einfach die Hormone im Blick haben und ich muss mich halt ein bisschen über Hormone auskennen. Aber ich muss wissen, ich gebe nicht nur reines Testosteron und es bleibt das, sondern ich kann die anderen weiblichen Hormone eben auch anknipsen.

Die darf ich und soll ich als Mann auch haben, aber eben nicht zu viel. Darum muss ich es gucken.

[Sprecher 2] (48:40 - 49:23)

Und darauf muss man im Zuge von so einer Therapie einfach achten. Genau. Check.

Okay. Ja, super. Vielen lieben Dank fürs Teilen.

Also, Wahnsinn, was da für ein Beratungsaufwand hinter steckt. Und deswegen, ja, toll, dass wir es einmal durcharbeiten können. Das war es mit der Folge.

Noch ein Hinweis für euch. Wir haben was ganz, ganz cooles, neues, kostenloses für euch. Und zwar haben wir den Longevity-Check ins Leben gerufen.

Und zwar kannst du da innerhalb von drei Minuten dein Longevity-Score ermitteln. Genau wissen, wo du in welchem Bereich hinstehst und was deine nächsten größten Hebel sind. Ist ab jetzt komplett kostenlos machbar unter longgame.de-check. Viel Spaß dabei. Wir freuen uns auf eure Scores. Schickt die gerne mal rüber.

Und in diesem Sinne bis zum nächsten Mal. Und vielen Dank euch fürs Zuhören. Ciao.

Ciao.

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