#55 Olivier: -20 Kilo in 6 Monaten mit Abnehmspritze I Blutfette & Entzündungen I Schilddrüse repariert (LongTales #2)
Shownotes
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02:35 Vorstellung Olivier 04:15 Der Weg zu longgame 05:45 Bestandsaufnahme 11:02 Oliviers Reaktion auf den IST-Zustand 12:52 Das Vorgehen 17:56 Schilddrüse 21:12 Gewichtsreduktion 31:45 Veränderungen 35:15 Blutwerte 42:58 Erschöpfung 46:11 Blutfette 48:40 Warum Medikamente? 53:05 Alltagsgewohnheiten 55:28 Umgang als Familie
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[Sprecher 1] (0:00 - 0:10)
Also ich sage immer, Herz ist der Motor, aber eben Schilddrüse ist die Brennstoffzelle. Und wenn deine Schilddrüse in der Unterfunktion ist, dann sitzt du am Sofa und schaffst es nicht, die Energie aufzubringen, um aufzustehen.
[Sprecher 2] (0:10 - 0:45)
Aber wir sind es einfach nicht angegangen. Und das ist natürlich auch ein Thema in der Medizin, was du immer betonst, dieses Thema Prävention viel aktiv anzugehen und nicht zu warten, bis man krank wird. Also ich war natürlich erstmal schockiert, als du mit der Spritze um die Ecke kamst, muss ich ehrlich gestehen, weil das ist ja ein bisschen verpönt, wo man sagt, ja super, so kann es jeder.
Aber in der Kombination mit der Autoimmunerkrankung war das ja der nötige Game Changer. Man sieht ja oft sehr übergewichtige Menschen und denkt sich, Mensch, wenn die das erleben könnten, diesen Moment des Glücks, diese Glücksgefühle, es endlich zu schaffen, nach diesen vielen Anläufen, das ist so unfassbar wichtig.
[Sprecher 3] (0:53 - 2:41)
Herzlich willkommen beim Long Game Podcast. Wir bei Long Game wollen, dass möglichst viele Menschen lange und vor allem gesund leben und du in mir und jetzt deine maximale Performance abrupst. Heute ist ein besonderer Tag, nämlich haben wir heute einen ganz besonderen Gast bei unserem Podcast, nämlich den Olivier.
Olivier teilt heute einmal seine Gesundheitsreise, wie er gemeinsam mit Markus seine Gesundheit auf ein neues Level gebracht hat. Und zwar gehen wir durch einigen Themen durch, durch einen großen Blumenstrauß, sind sehr gespannt. Erstmal herzlich willkommen, Olivier.
Ganz herzlichen Dank, lieber Lorenz. Und natürlich herzlich willkommen, Markus, Dr. Markus Trissler, seines Zeichens Arzt mit Fokus auf Prävention, macht das Ganze seit über zehn Jahren. Und ihr beide habt eine ganz tolle Reise gemeinsam hinter euch und heute berichtet, dass du eben, Olivier, wie das, was sich so abgespielt hat.
Darf ich jetzt heute auch die dummen Fragen stellen? Ja, du musst einwerten, ich darf die dummen Fragen stellen, dass alles schön umsetzungsnah bleibt. Und heute gehen wir durch einige Themen durch.
Erstmal würde ich gerne verstehen, Olivier, wo du einfach herkommst, was deine Ausgangslage war. Und dann werden wir relativ schnell feststellen, du hattest so ein paar Arbeitsstreams einfach. Ein Thema davon war dein Gewicht, andere Themen waren deine Blutwerte, Blutfettwerte, Entzündungswerte, auch dein Schlaf war nicht ganz ideal, um das mal galant zu sagen.
Und all das haben wir einem angegangen. Und da würde ich einmal gerne reingehen in diese Themen, wie baut man gezielt Gewicht ab? Was hat das eigentlich für Folgen auf die Blutwerte, die eben wichtig sind, auch für dein gesamtes Risiko und deine Gesundheit?
Und was hat sich sonst noch so getan? Und vor allem, wie geht es dann jetzt eben weiter? Was sind noch Faktoren, die auf deiner Gesundheitsreise jetzt weiterkommen?
Ja, damit herzlich willkommen. Olivier, wenn du einmal dich vorstellst, wo kommst du, wer bist du eigentlich und wo kommst du eigentlich her?
[Sprecher 2] (2:41 - 3:54)
Ja, vielen Dank, Klaugenz. Ich bin ja Olivier, 53 Jahre alt, tolle Familie mit drei inzwischen erwachsenen Kindern. Ich bin über 30 Jahre schon in der SAK-Branche, habe da einen sehr verantwortungsvollen Job, also Sanitär, Heizung, Klima und genau betreibe nebenher ein wenig Sport, vor allem Laufen.
Und für mich hat aber Long Game eben einfach mein Leben verändert. Also ich habe durch das Bewusstsein an diesem Wochenende und seitdem im Programm mit Markus so unfassbar viel gelernt über überhaupt über Daten, über Blutwerte. Das hat mich einfach über 50 Jahre nicht interessiert.
Ich habe 30 Jahre Karriere hinter mir, habe mich in der Zeit eben von 75 Kilo auf 105 Kilo hochgefuttert, gestresst, weil einfach Gesundheit keine Rolle spielte. Das Thema war Karriere, Familie aufbauen, Vermögen aufbauen, das Leben meistern und immer weiter, weiter, weiter. Gesundheit war einfach immer da.
Selbstverständlich. Check. Egal.
Es war egal, weil irgendwie lief es. Ich kriege aus dem Stand ein Halbmarathon hin, insofern ob ich da jetzt 20 Kilo mehr mit mir rumschleppe oder nicht. Mir war nicht bewusst, wie schlecht meine Werte sind, wie fatal meine Werte sind.
Und das hat Long Game einfach unheimlich verändert.
[Sprecher 3] (3:55 - 4:10)
Und wenn wir da jetzt einmal quasi reingehen. Du bist also zu uns zur Bestandsaufnahme gekommen. Wie kamst du in diese Bestandsaufnahme und was kam dann dabei raus bei dieser Bestandsaufnahme?
Von dem, was du dich erinnerst und dann kann Markus ja gerne mal die genauen Zahlen sagen.
[Sprecher 2] (4:11 - 4:50)
Wie kam ich zu Long Game? Ich bin natürlich ein absoluter Immokation-Fan. Also ich bin in der Immobilienreise mit euch unterwegs gewesen, in der Steuerreise unterwegs gewesen, sehr erfolgreich.
Und jetzt in der Gesundheitsreise. Also ich war insofern schon, war für mich klar, wenn so ein tolles Produkt kommt, bin ich dabei. Es war aber schon auch so, dass ich geahnt habe, ich habe Problemfelder, an die ich ran muss.
Das war das Thema Gewicht und Schlaf vor allem. Und auch das Thema Alkohol. Für mich war Alkohol einfach wichtig im Ritual zum Runterkommen.
Also ich bin einfach ein Genusstrinker. Und ein guter Wein ist für mich Teil eines guten Lebens. Gehört dazu.
Ich bin halb Franzose.
[Sprecher 1] (4:50 - 4:54)
Ich wollte gerade sagen, man muss zu deiner Verteidigung sagen, da kommt der halb Franzose auch mit durch. Genau, genau.
[Sprecher 2] (4:54 - 5:36)
Und die väterliche Prägung. Aber es war schon auch die großen Schlafprobleme. Also wenn wir Skifahren waren mit Kumpels oder wandern mit meinem Bruder auf der Hütte, keiner wollte mit mir aufs Zimmer, weil ich einfach Bäume gesägt habe.
Ich habe einen halben Wald gefällt. Ich habe extrem geschnarcht durch das Übergewicht. Ich habe Schlafapnoe, festgestellte Schlafapnoe.
Und das hat mich schon belastet, weil es im Hinterkopf schon klar war, meine Frau ist Krankenschwester, sie hat mir immer gesagt, hey, da ist was, du musst daran arbeiten. Aber ich habe einfach den Dreh nicht gekriegt, ins Gewicht ranzugehen. Und ich habe dieses Wissen nicht gehabt.
Und auch das Bewusstsein und den letzten Willen, daran zu arbeiten.
[Sprecher 3] (5:36 - 5:50)
Verstanden. Markus, bei der Bestandsaufnahme vom Olivier, da machen wir immer alles mögliche an Sachen, wir haben Blutwerte, Ultraschall, Ausdauer, Blutzucker, Blutdruck, alles mögliche. Was kam da beim Olivier raus, wie er ins Programm gestartet ist?
[Sprecher 1] (5:51 - 8:21)
Bei Olivier war es im Prinzip so, dass du uns einen bunten Strauß an Themen mitgebracht hast, ehrlicherweise dahingehend. Es war relativ schnell zu sehen, was wir häufig bei übergewichtigen Personen sehen. Wer schon ein paar Podcast-Folgen gehört hat, weiß, das ist mein Lieblingsthema, mit Entzündungen im Körper.
Also quasi durch das Übergewicht einfach entzündliche Prozesse, entzündliches Milieu im Körper hatte. Das heißt, die Entzündungswerte an sich, verschiedenere, die wir abgenommen haben, waren einfach nicht nur ein bisschen, sondern einfach deutlich erhöht bei ihm. Zusätzlich hat man gesehen, dass er eben auch mit durch Ernährung und Gewicht sehr stark erhöhte Cholesterin-, also Blutfettwerte hatte.
Dazu noch war dann die Konstellation, dass er eine genetische Veranlagung hat, leichter Cholesterinablagerungen in den Gefäßen zu bekommen. Also es ist ein spezieller Wert, der Lipoprotein-a-Wert oder LPA. Und der, wenn eben ein gewisser Benchmark überschreitet, habe ich einfach ein exponentiell höheres Risiko familiär oder genetisch bedingt für solche Sachen.
Das ist eben auch rausgekommen, was die Situation einfach nochmal prekärer macht, weil man einfach noch mehr Risikofaktoren dabei hat. Das kam mit rein. Dann hatten wir, oder man muss das sagen, interessanterweise hat Olivier jetzt kein Thema mitgebracht durch das Übergewicht, was Blutzucker angeht, also so Richtung Diabetes.
Aber was wir bei ihm eben noch gesehen haben, ist, dass er zusätzlich eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse mithatte und die Schilddrüse quasi wie ausgebrannt war, also in Richtung Unterfunktion ging. Man muss sich so vorstellen, die Schilddrüse ist eigentlich wie die Brennstoffzelle des Körpers, also gibt den Organen die Energie, ihren Job zu machen. Und wenn die einfach nicht richtig funktioniert, dann hat der Körper überhaupt nicht die Chance, etwas zu tun.
Also auch die Stoffwechselprozesse laufen einfach schlechter. Und das waren so die Hauptpunkte, die wir gesehen hatten, wo wir gesagt haben, okay, wenn wir da jetzt nicht drauf eingehen, also gerade Gewicht, Cholesterin, auch das Thema mit der Schlafapnoe, dann haben wir ein Potpourri an Entzündungsförderern im Körper, dass wir uns eigentlich gemeinsam das Glas Wein hinstellen können und gemeinsam darauf warten, bis der Herzinfarkt oder der Schlaganfall kommt.
[Sprecher 3] (8:22 - 8:37)
Und ist das, also wenn man das jetzt guckt, in so jemanden, der einfach 30 Jahre Vollgas gegeben hat, für die Familie da war, beruflich da war, ist das etwas Ungewöhnliches, also ungewöhnlich stark bei euch gewesen oder siehst du sowas eigentlich schon regelmäßig?
[Sprecher 1] (8:39 - 9:06)
Also man sieht schon, wenn sich jemand rein auf Beruf und Karriere fokussiert, dass einfach das Stresslevel, das unregelmäßig Essen, das oftmals durch die Arbeit bedingt ist oder auch Geschäftsessen, dass das schon oft zu Übergewicht und eben gerade dieser Stress auch dazu führt. Es war jetzt sicherlich bei Olivier eine intensive Ausprägung des Ganzen, aber sehen wir schon in ähnlicher Ausprägung.
[Sprecher 3] (9:07 - 9:38)
Das finde ich so krass auch, Olivier, du hast ja voll funktioniert. Du kommst ja aus einer Phase, in der du maximal geleistet hast, überall abgeliefert hast und wo man dann trotzdem einfach was gefunden hat, wo man dachte, ach krass, das sind Sachen, mit denen es jetzt funktioniert, aber wo man sagt, hey, das kann man eigentlich so wahrscheinlich nicht zehn Jahre weiter laufen lassen. Und das finde ich so interessant, dass man, obwohl das der Fall ist, du ja voll quasi eigentlich Vollgas gegeben hast, weil du es wahrscheinlich auch nicht anders kanntest.
[Sprecher 2] (9:39 - 10:04)
Ist ähnlich so wie ein hoher Blutdruck, da fühlt man sich gut, es pusht einen eher, man merkt gar nicht, in welche Richtung man rennt. Auch diese Erkenntnisse natürlich, was ich gelernt habe über mich, über meine Blutwerte, gerade dieses LPA, diese Werte waren mir völlig unbekannt, dass ich quasi eine genetisch deutlich erhöhte Risiken habe für Arteriosklerose. Das ist dramatisch, also eben zehn Jahre weiter.
Er benutzt fachausdrücklich.
[Sprecher 3] (10:06 - 10:07)
Er hat viel gelernt.
[Sprecher 2] (10:07 - 10:09)
Ich weiß unfassbar viel über mich.
[Sprecher 3] (10:09 - 10:13)
Da muss ich eigentlich immer zwischengrätschen. Keine Fachbildung.
[Sprecher 2] (10:14 - 10:30)
Und das in so kurzer Zeit. Und das in so kurzer Zeit. Wir sind jetzt neun Monate zusammen, also das ist ja nichts.
Und davor liegen 30 Jahre, wo man einfach funktioniert hat, andere Prioritäten, und jetzt hat sich auf einmal ein Blickwinkel verändert durch dieses unfassbare Wissen.
[Sprecher 3] (10:31 - 11:12)
Und das Schöne ist ja, und jetzt greife ich ein bisschen vor, man kann ja all diese Faktoren einstellen. Und das Schöne ist, du sitzt jetzt gerade hier, als jemand, der das eben vollkommen eingestellt hat, und auch quasi das geändert hat. Das heißt, du bist quasi in einer Phase, hast dich damit angefangen zu beschäftigen, wo es ganz klar absehbar war, hey, man steuert dich auf den Eisberg zu, aber du eben noch alles anpassen kannst.
Wie wir das gemacht haben, da gehen wir jetzt einmal durch. Bevor wir durchgehen, einmal nur, wenn du dich zurücknimmst in diesem Moment, wo du quasi diese Punkte mitbekommen hast, im Gespräch mit Markus und die Daten. Was hat das mit dir gemacht, als du das gehört hast, was bei dir gerade der Iststand ist?
[Sprecher 2] (11:12 - 11:47)
Bei mir persönlich, ich bin einfach ein sehr aktiver Mensch und ein sehr zielstrebiger Mensch. Aber für mich haben sich dann die Prioritäten total verschoben. Also nicht, dass ich jetzt weniger für die Familie da bin oder weniger im Job leiste, sondern einfach in meinem Bewusstsein hat sich das bei mir radikal dann verändert.
Und ich habe natürlich allein beim Essen, beim Frühstück, beim Abendessen, beim Blick auf das Glas ein anderes Denken gehabt, ein anderes Wissen und ein anderes Bewusstsein. Und das hat, ich sage, umparken im Kopf, also einmal komplett umparken und umdenken, ähnlich wie auch bei den Immos damals, eine ganz andere Sichtweise.
[Sprecher 1] (11:48 - 12:12)
War das im ersten Moment, als wir über die Punkte gegangen sind, so ein erschlagender Moment, dass du sagst, boah, okay, das und das und das und das ist alles gerade ein Thema und das fällt mir sonst auf die Füße? Oder hat das eher in dir verursacht, dass du sagst, wow, gut, dass wir das haben. Es war fast klar, dass irgendwas rauskommt, also lass angehen.
Oder war das eher so ein überwältigender Moment?
[Sprecher 2] (12:12 - 12:42)
Also das Wochenende war überwältigend, weil so etwas kann ja ein normaler Mensch, der jetzt nicht vom Haus aus riesiges Vermögen hat, erlebt so etwas ja nicht, wie bei Long Game. Also so ein intensives Wochenende, wo du quasi auf links gedreht wirst, in so einer Intensität und so viel über dich erfährst in so kurzer Zeit, das war überwältigend. Aber im Positiven, es hat für mich sofortige Action ausgelöst.
Also sofortige Umsteuern und Verhaltensänderungen und ja, total positiv. Ja, voll.
[Sprecher 3] (12:44 - 13:04)
Jetzt lass uns einmal kurz durchgehen, wo die einzelnen Blöcke waren, die wir jetzt gemeinsam angegangen sind. Für einmal, Markus, wo du den Olivier angeschaut hast, in was für Bereiche oder Arbeitsbereiche hast du es unterteilt und wie seid ihr das da gemeinsam angegangen?
[Sprecher 1] (13:05 - 16:53)
Also zum einen das Thema, das über allem stand, dass wir gesagt haben, wir müssen als allererstes, wichtiges Merkmal ist das Gewicht herunterbekommen. Weil am Gewicht hängt das Cholesterin, am Gewicht hängt der Schlaf, am Gewicht hängt, durch das mehr Körperfett hängt, die Entzündungsprozesse. Wir können alles drunter machen, was wir wollen, wenn wir das Gewicht nicht wegbekommen, haben wir einfach keinen ausreichenden Hebel.
Also das Momentum bleibt nicht bei uns. Darum mussten wir sehr schnell oder intensiv das Gewicht angehen. Parallel dazu kann man unterstützen, eben auch das Cholesterin zu verbessern.
Also sich quasi nicht nur hinzusetzen und zu sagen, na ja, jetzt warten wir mal ab, wie verhindert sich das Cholesterin, nur durch das Gewicht zu reduzieren, sondern eben auch medikamentös das Cholesterin weiter zu senken. Warum? Weil wir aufgrund der ganzen Daten, die wir erhoben haben, ein individuelles Risikoprofil für Olivier gesetzt haben, wie hoch sein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.
Und in der Zusammenschau dieser Punkte haben wir ein ja, mäßig schwer bis hoch Risikoprofil errechnet. Sodass wir sagen konnten, selbst wenn du im Optimalgewicht bist, bei dem, was du noch an Risikofaktoren auch genetisch mitbringst, müsstest du um so viel niedriger mit deinem Cholesterin sein, dass du das durch Gewicht und Ernährung eigentlich gar nicht schaffst. Darum war klar, dass egal, wie weit er abnimmt, er auf jeden Fall für Cholesterin zum Senken auch Medikamente benötigt.
Das heißt, es war der Parallelweg, der eine logische Konsequenz daraus war, zusätzlich zur Gewichtsreduktion. Und dann hatten wir zwei Säulen. Zum einen überwachen, was passiert mit dem Schlaf.
Ist es wirklich nur das Schnarchen aufgrund des Übergewichts? Es gibt nämlich auch Atemaussetzer oder Schlafstörungen, die vom Atemzentrum, vom Gehirn her gesteuert werden. Da kannst du so dünn oder dick sein, wie du möchtest.
Das heißt, wir mussten gucken, bestätigt sich es, dass es nur mit dem Gewicht zu tun hat? Und die letzte Säule, die wir angegangen sind, war eben das Thema mit der Schilddrüse. Weil auch hier war es so, wir können dich jetzt im Kaloriendefizit essen lassen, du kannst Sport machen.
Wenn aber dein Körper gar nicht die Energie aufbringen kann, um einen Stoffwechselprozess in Gang zu halten, dann können wir uns da abzappeln, so viel wir wollen. Es wird nichts passieren. Ich sage immer, Herz ist der Motor, aber Schilddrüse ist die Brennstoffzelle.
Und wenn deine Schilddrüse in der Unterfunktion ist, dann sitzt du am Sofa und schaffst es nicht, die Energie aufzubringen, um aufzustehen. Auch wenn du noch so willst, dein Körper kriegt es nicht hin. Das heißt, er schafft auch gar nicht, Stoffwechselprozesse ablaufen zu lassen.
Darum mussten wir schauen, dass wir die Schilddrüse in Gang bringen, damit er überhaupt die ganzen Enzyme, die ganzen Stoffwechselprozesse, diese Energie bekommen können, um ihren richtigen Job zu machen. Das waren quasi diese vier Hauptsäulen, auf die wir gegangen sind. Zusätzlich zu dem, dass wir medikamentös hier intensiv darauf eingehen, brauchen wir eben auch eine Anpassung der umliegenden Ressourcen, sprich Ernährung, Stressregulation und eben körperliche Betätigung.
Damit eben, wenn das Gewicht runtergeht, oder anders, das Gewicht geht dann runter, wenn ich mehr verbrenne. Aber eben auch durch eine medikamentöse Gewichtsreduktion muss ich aufpassen, dass die Muskulatur erhalten bleibt und nicht nur die falsche Masse abgenommen wird. Und das war eben so das Zusammenspiel, das wir dann angefangen haben aufzusetzen, womit er dann gestartet ist.
[Sprecher 3] (16:54 - 17:47)
Wahnsinn, also wahnsinniger wie ein Businessplan. Wenn ich es einmal in meinen ganz simplen Terms zusammenfassen darf, also eigentlich, was wollen wir machen? Wir wollen ja in erster Linie diese großen vier Krankheiten vermeiden.
Krebs, Demenz, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Kannst du den Herzinfarkt und Schlaganfall erzählen? Dafür müssen wir so ein paar Sachen beachten.
Du sagst immer, die entzündlichen Prozesse müssen runter. Das ist wohl ein Nummer 1 Ziel. Und du sagst immer ganz schön, dass Übergewicht den Nummer 1 Faktor ist, der darauf 1 teilt.
Aber gleichzeitig hast du auch gemerkt, Übergewicht runter reicht nicht nur, auch die Blutfette müssen runter. Die Entzündungen gehen dadurch runter. Dann müssen wir auf den Schlaf achten und auf die Energiezufuhr achten, weil das alles sonst keinen Sinn hätte, das zu machen.
Okay, check. So weit, so gut. Machen wir halt.
Haben wir auch gemacht.
[Sprecher 2] (17:48 - 19:10)
Das ist Mr. Struktur, oder? Wie ging es dann weiter? Das mit der Schilddrüse zum Beispiel.
Mein Hausarzt hat mir schon vor Jahren gesagt, die Werte sind nicht ganz so gut, das müssen wir mal gucken. Irgendwann, irgendwie, irgendwo. Es war schon irgendwo im Hinterkopf.
Waren die Dinge irgendwo? Habe ich sie geahnt. Aber wir sind es einfach nicht angegangen.
Das ist natürlich auch ein Thema in der Medizin, was du immer betonst. Dieses Thema Prävention viel aktiv anzugehen und nicht zu warten, bis man krank wird. Das mit der Schilddrüse ist natürlich verrückt.
Einmal die Woche war ich beim Lauftreff. Ich habe schon was gemacht. Das Bewusstsein war da.
Und trotzdem, du kannst ja dagegen gar nicht anarbeiten, wenn einfach das zentrale Organ in deinem Körper sagt, ich mache nicht mit. Du arbeitest gegen eine Wand. Oder wie früher die blaue Matte in der Gymnastikhalle.
Du kommst da nicht durch. Du willst, du willst, aber du kommst nicht durch. Deswegen bin ich dir unendlich dankbar, dass wir das angepackt haben, diese vielen Themenbereiche.
Und meine Frau, ich kann bestätigen, es liegt nicht an irgendwelchen Dingen außerhalb des Gewichts. Ich schleiche nicht mehr. Ich schlafe durch.
Meine Frau ist wieder happy. Sie kann wieder gut neben mir schlafen. Das war eine reine Gewichtssache.
[Sprecher 1] (19:10 - 19:21)
Das hat natürlich wahnsinnig Einschneidungen auch im Partnerleben. Es ist zwar nett, dass wir zusammen im Schlafzimmer sind, aber es hält halt kein Mensch neben meinem Haus.
[Sprecher 2] (19:21 - 19:22)
Schrecklich.
[Sprecher 1] (19:24 - 20:30)
Das war ein Moment, der mir in unserem Gespräch wahnsinnig nachgeheilt hat, als wir über die Schilddrüse gesprochen haben. Und du dann von dir aus erzählt hattest, dass du eigentlich das schon Thema kennst. Und ich dann noch zu dir gesagt habe, du hast eine Autoimmunerkrankung, die dazu führt, dass du in die Unterfunktion gehst.
Wir müssen jetzt Gas geben, weil sonst schaffst du all die anderen Punkte nicht. Du hattest gesagt, du schenkst mir jetzt vier Jahre Wartezeit zurück. Das ging mir total unter die Haut.
Was wir immer wieder haben, das Problem in unserem System in Deutschland, dass man eben manchmal zu lange wartet oder dass man auch gar nicht die Möglichkeit hat, sich in Ruhe intensivst mit Dingen auseinanderzusetzen, um eben diese Feinheiten dann sehen zu können oder auch manche Werte abzunehmen, die einen dann noch mehr dazu antreiben, zu sagen, komm, lass jetzt starten.
[Sprecher 2] (20:30 - 21:00)
Im Grunde muss es einen Systemwechsel geben. Weil mein Arzt hat dann immer gefragt, welche Werte sollen wir denn abnehmen? Wenn ich einmal im Jahr beim Blutcheck war, hat er gesagt, alle, alle, die darstellbar sind.
Was es kostet, ist mir egal. Ich mache die Inspektion mit meinem Auto zweimal im Jahr oder viermal im Jahr. Mein Körper ist mir wurscht.
Und dann kommen aber trotzdem in der Kasse eben nur zwei läppische Werte daraus. Und dann kommt eine Zuzahlungsrechnung von 5,30 Euro. Das ist verrückt, was man mit Prävention erreichen kann.
[Sprecher 3] (21:00 - 21:17)
Wenn man sich vor allem ein großes Bild anschaut, ist es ganz spannend, dass man das alles auf eine Eins zahlt. Lass uns jetzt gerne einmal reingehen und zeigen, was wir wirklich gemacht haben. Wir nehmen jetzt den einen Arbeitsbereich heraus, und zwar die Gewichtsreduktion.
Wie seid ihr das angegangen?
[Sprecher 2] (21:17 - 22:01)
Ich war natürlich erst mal schockiert, als du mit der Spritze um die Ecke kamst. Das ist ja ein bisschen verpönt, wo man sagt, super, so kann es jeder. Aber in Kombination mit der Autoimmunerkrankung war das der nötige Game Changer.
Der hat mir ein Leben aufgezeigt, das für mich undenkbar war. Auf einmal es zu schaffen. Ich habe schon seit Jahrzehnten versucht, dagegen anzugehen.
Mit Low Carb, mit Nothing, mit allem Möglichen. Ich habe alles versucht. Ich glaube, so geht es vielen übergewichtigen Menschen.
Sie versuchen alles, aber die Ursache liegt ganz woanders. Wenn du Menschen und nicht die Chance hast, dich ganzheitlich zu sehen, mit allen Facetten, dann ist es zu wenig. Dann kommst du nicht voran.
[Sprecher 1] (22:02 - 23:19)
Du stößt nicht durch. Es war in der Tat die Überlegung, dass wir gesagt haben, zum einen fehlt dir die Energie, deinem Körper um abnehmen zu können. Das andere, was mich zu der Entscheidung mitgebracht hat, war, dass man gesagt hat, du warst allein vom Gewicht um einen so hohen Grad drüber, dass der Weg der Abnahme wäre möglich gewesen, ganz offen, aber der würde sich so lange hinziehen, dass wir uns nur um das kümmern, aber den Rest nicht mit nachziehen könnten.
Da spielt schon mit rein, dass man sagt, zum einen gibt es eine ganz andere Motivation für den Betroffenen, wenn ich sehe, jetzt passiert einfach mal was, plus ich kriege natürlich die anderen Effekte von den einzelnen Bausteinen, die ich angehen möchte, auch noch mal schneller im Griff, wenn ich schneller mit dem Gewicht runterkomme. Darum war das so ein Punkt, wo wir gesagt haben, lass das mit dazunehmen, weil wir ja die anderen Punkte drumherum anpassen und ich weiß, dass du dann in einem sicheren Gewässer dich befindest, wo wir dann auch mal irgendwann mit der Spritze rausgehen können. Also dass es eben nicht nur Lifestyle-Schi-Schi wird.
[Sprecher 2] (23:20 - 23:25)
Es war unfassbar motivierend, zu sehen, es funktioniert, da geht was los, da passiert was.
[Sprecher 3] (23:25 - 23:39)
Wenn wir mit einem reingehen, das heißt, du hast also die Abnehmen-Spritze aufgenommen, das ist im Volksmund so. Welches Präparat genau hast du da verwendet? Kannst du einmal durchführen, was es da überhaupt für Möglichkeiten gibt und was du am Ende des Tages empfohlen hast?
[Sprecher 1] (23:39 - 26:17)
Also es gibt unterschiedliche Wirkstoffe. Man kennt die Firmennamen leichter, also Ozempic, Vigovi oder Muncharo. In seinem Fall sind wir über die Spritze mit Muncharo gegangen.
Das ist dahingehend, dass bis dorthin in der Studienlage so ist, dass einfach ein etwas höherer Abnehm-Effekt ist, verglichen zum anderen Präparat, mit einer teilweise auch nicht immer belegt, aber teilweise belegt besseren Verträglichkeit. Und daraufhin, wobei auch anders, ich habe in den Anfangszeiten auch mit der anderen Spritze ähnlich gute Erfolge gehabt. Bei ihm hat man uns eben, wie gesagt, auf Muncharo geeinigt und sind damit gestartet.
Und das ist ihm sonst unter Volksmund, wie du sagst, unter der Abnehm-Spritze bekannt. Ja, es ist ein Medikament, das aus der Diabetes-Forschung ja eigentlich kommt, bei der man gesehen hat, dass es wahnsinnig gut in der Gewichtsreduktion funktioniert, aufgrund der verschiedenen Ansatzprozesse. Und eben auch zusätzlich ein Gefühl, das, blöd gesagt, des Verlangens unterdrückt.
Also gerade auch so in dem Thema mit abends das Glas Wein zu wollen. Bei Rauchern merke ich es teilweise, dass die gar nicht mehr so sehr das Verlangen haben, jetzt zum Rauchen gehen zu wollen. Und dann war natürlich so ein Punkt, wo man sagt, zum einen nehme ich damit ab, zum anderen nehme ich mir so ein bisschen dieses Gedankenkreisen um Dinge, weil mir jetzt, wenn ohnehin bei mir gerade viel passiert, wo man oft ja auch eine Art Kompensationsmechanismus entwickelt, ist es ein Riesenvorteil, dass ich damit dieses Mentalverlangen rausnehme und einfach in diesen Prozess nochmal mehr Ruhe reinbekomme. Und damit sind wir eben gestartet. Niedrigste Dosierung, das sind 2,5 Milligramm.
Und dann ist es so, laut offizieller Aussage ist es an sich, dass man einmal im Monat die Dosierung steigert, immer um 2,5 Milligramm. Handhabe ich ein bisschen anders, sondern ich monitor das sehr engmaschig hinsichtlich Wirkweise der Spritze. Also nimmt man sukzessive weiter ab.
Und oder habe ich noch genügend Unterdrückung meines Hungergefühls. Und wenn eins der beiden deutlich nachlässt, dann ist für mich der Moment, dass man auf die nächsthöhere Dosierung geht, weil sonst einfach das Risiko für Unverträglichkeiten, mit Übelkeit, Erbrechen, auch Bauchspeicheldrüsenreizung meines Erachtens zu hoch ist. Wenn ich mich langsam vorarbeite, bin ich da in einem sicheren Bereich.
[Sprecher 3] (26:17 - 26:34)
Also mit der niedrigsten Dosierung bist du reingeschaltet und die hast du super vertragen und lief so gut, dass du gar nicht erhöhen musstest. Worauf muss man achten, wenn man das zu sich nimmt? Was sind die Faktoren, die man im Auge behalten muss?
[Sprecher 1] (26:35 - 28:05)
Also man merkt ab dem Moment, wo man es sich gespritzt hat, dass wirklich das Hungergefühl weggeht. Man hat nicht mehr so viel Appetit. Man hat so ein bisschen das Gefühl, wie wenn man sich überessen hat, dass es so wie ansteht im Magen und man denkt, wenn ich jetzt was esse, dann kommt es mir eigentlich eher hoch.
Also so richtig Lust habe ich nicht. Es macht anfangs relativ müde, weil ich natürlich weniger esse. Ich habe weniger Kalorien, die ich mir zu mir nehme.
Oder weniger Zucker auch. Dadurch bin ich in einem Kaloriendefizit. Das macht per se auch müde.
Das merken viele. Es kann mal zur Veränderung des Stuhlverhaltens kommen. Also eher Verstopfung, aber auch mit Durchfällen.
Und man hat immer so ein leichtes Gefühl, so ein leichtes, flaues Gefühl im Magen, wo man sagt, so ein bisschen schlecht ist einem. Wenn man sich gespritzt hat, so gegen Tag 5, 6 wird es deutlich weniger. Dann ist Tag 6, 7 fast gar nichts.
Und dann spritzt man wieder und dann geht das Ganze wieder von vorne los. Weshalb ich auch allen rate, wenn Sie die Spritze nehmen, ungefähr Mittwoch oder Donnerstag zu spritzen. Weil dann die Woche immer Mittwoch, Mittwoch oder Donnerstag, Donnerstag ist.
Das heißt, ich habe die volle Wirkung auch über das Wochenende. Weil wenn ich am Wochenende in aller Ruhe mir die Spritze gebe, dann geht die Wirkung bis so Freitag ungefähr weg. Und dann kommt das Wochenende, wo ich genügend Zeit habe, wieder aufzufüllen und dann wieder Appetit bekommen.
Dann macht es mehr Sinn, das quasi so über das Wochenende abzudecken.
[Sprecher 3] (28:06 - 28:13)
Hattest du so dieses flaue Gefühl? Also ich habe die jetzt super vertragen. Es gibt Glückliche, die merken gar nichts.
[Sprecher 2] (28:13 - 28:14)
Fast gar nichts.
[Sprecher 3] (28:16 - 28:26)
Also nichts Negatives. Wie hat sich das für dich angefühlt? Wo war der Hunger oder Appetitgefühl?
[Sprecher 2] (28:26 - 28:35)
Wie war das bei dir? Das Hungergefühl ist einfach unterdrückt. Das Verlangen ist einfach nicht da.
[Sprecher 1] (28:40 - 28:42)
Hast du in der Zeit dann auch weniger gegessen?
[Sprecher 2] (28:43 - 28:44)
Ja klar, schon deutlich weniger.
[Sprecher 1] (28:44 - 28:51)
Wie war das mit der Familie von der Reaktion? Also dass man sagt, pass auf, ihr esst normal und ich sitze einfach da und bin nach der Hälfte vom Teller fertig?
[Sprecher 2] (28:52 - 29:12)
Meine Frau ist ja auch medizinisch gebildet und für sie war das gar kein Problem. Sie hat mich eher ermuntert, Mensch, guck mal mit den Proteinen, guck mal noch einen Joghurt mehr oder so. Zwing dir rein nach dem Motto, damit du auch genug Energie zu dir nimmst.
Oder mal eben morgens ein paar Haferflocken oder so. Aber ja, es gab nicht viel Negatives.
[Sprecher 1] (29:13 - 29:13)
Sehr gut.
[Sprecher 2] (29:14 - 29:43)
Also ich glaube, das war der nötige Schucker in der Verbindung mit der Schilddrüse. Man sieht ja oft sehr übergewichtige Menschen und denkt sich, Mensch, wenn die das erleben könnten, diesen Moment des Glücks, diese Glücksgefühle es endlich zu schaffen, nach diesen vielen Anläufen, das ist so unfassbar wichtig. Weil das bringt ja dann auch wiederum Motivation, weiterzumachen.
Und diese Resignation ist dann weg. Ich schaffe es sowieso nicht, ich kriege das nicht in den Griff.
[Sprecher 1] (29:43 - 30:35)
Ja und vor allem oftmals wissen sie ja dann gar nicht, woher. Du wusstest ja auch nicht, warum du zugenommen bist. Du sagst klar, ich habe viel gegessen und ich habe Stress gehabt.
Aber dass irgendwie deine Stoffwechselprozesse halt einfach nur auf 30% gelaufen sind. Mittlerweile ist ja in Deutschland glücklicherweise Übergewicht als Erkrankung anerkannt und nicht nur als Zustand. Völlig zu Recht, weil eben nur einen Übergewichtigen auf der Straße zu sehen und zu sagen, ach schau mal wieder einer, der zu viel isst, das ist einfach Blödsinn.
Weil wie gesagt, du hättest jetzt wieder irgendwas machen können und wir hätten zu dir sagen können, jetzt mach mal Sport und mach deine Ernährung noch besser. Da wären wir auch nicht rausgegangen. Weil die Schilddrüse halt nicht mitmacht.
Darum glaube ich, umso mehr bei Übergewichtigen muss man einfach dreimal hinschauen, um zu sehen, wohin die Reise geht.
[Sprecher 3] (30:37 - 30:45)
Du hast es ja schon angesprochen, auf Proteine hast du vermehrt geachtet. Und auf Krafttraining nehme ich mal an.
[Sprecher 2] (30:45 - 31:32)
Krafttraining ist für mich neu. Das habe ich natürlich auch an dem Wochenende gelernt, wie wichtig es ist, gerade jetzt mit über 50. Das hatte ich vorher auch nicht so auf dem Schirm.
Ich war immer Ausdauersportler. Bis 25 habe ich extrem viel Radsport gemacht. Später Laufen, weil Laufen natürlich sehr effektiv ist.
Beim Radsport brauchst du immer sehr viel Zeit auf dem Rennrad. In den Trainingseinheiten, da kamen die Kinder, die Karriere, da habe ich das Rennrad einfach in die Ecke gestellt und bin aufs Laufen übergegangen. Und erstaunlicherweise, trotz meinem Übergewicht, ich habe sogar einen Marathon hingekriegt, trotz 20 Kilo oder 25 Kilo Übergewicht.
Die Grundfitness war da, aber ich habe immer gegen diese Wand gekämpft. Durch diese Kombination aus der Autoimmunerkrankung, Schilddrüse, Übergewicht, Schlaf, Stress. Einfach ein giftiger Cocktail.
Ein total giftiger Cocktail.
[Sprecher 3] (31:33 - 31:42)
Und mit dieser Mischung aus Ernährung, Sport und der Abgemessensspritze, wie haben Sie die Zahl und dein Gewicht verändert? Was für einen Zeitraum?
[Sprecher 2] (31:44 - 32:11)
Ende Januar waren wir am Wochenende zusammen. Und das ging dann wirklich Schlag auf Schlag. Ich habe im Grunde von 105 Kilo auf 85 Kilo abgebaut.
Es ist enorm. 20 Kilo entspricht 80 Päckchen Butter, die da auf dem Tisch stehen. 80 Päckchen Butter.
[Sprecher 3] (32:11 - 32:11)
Das ist ja wirklich enorm.
[Sprecher 2] (32:11 - 32:46)
Stell dir diese Menge vor, die dich überall im Körper belegt. Allein beim Lauftraining. Ich fühle mich wie auf Federn, wenn ich laufe.
Das Thema Gewicht war enorm. Das Thema Schlaf war sofort da. Meine Frau hat nach wenigen Wochen gesagt, du schnarchst nicht mehr, du schläfst ganz ruhig durch.
Eine total krasse Veränderung. Natürlich auch mit dem Wissen um Alkohol. Alkoholverzicht am Abend nach 20 Uhr.
Plus die Gewichtsreduktion hat radikal sofort mein Schlafverhalten verändert.
[Sprecher 3] (32:48 - 32:54)
Hast du es am nächsten Morgen gemerkt? Ja, wesentlich tiefer Schlaf.
[Sprecher 2] (32:55 - 33:04)
Tiefer, langer Schlaf. Nicht mehr so gerädert am Morgen. Absolut Lebensqualität.
Wie viele Atemaussätze hattest du? 10 pro Stunde.
[Sprecher 1] (33:09 - 33:10)
Du hättest dir eine Maske nehmen sollen.
[Sprecher 2] (33:11 - 33:31)
Ich hatte eine Maske. Ich war im Schlaflabor. Ich habe 2 Anläufe genommen.
Mein HNO hat mit mir geschimpft. Ich war 2 Jahre nicht bei ihm. Dann kam ich wieder.
Er hat mich in den Mangel genommen. Weil diese Erkrankung da war. Dann habe ich noch mal einen Anlauf genommen.
Er weiß es noch nicht. Ich habe es dann wieder weggetan.
[Sprecher 1] (33:36 - 33:44)
10 pro Stunde. Das ist 10 mal dem Körper Lebensnot zu geben.
[Sprecher 2] (33:45 - 33:59)
Erstickungsnot. Meine Frau hat mich geschüttelt nachts. Wenn ich mal zu Hause war.
Du hast schon wieder einen Aussetzer. Das ist ein Stress.
[Sprecher 1] (33:59 - 34:20)
Das ist absoluter Stress. Dass das jetzt nicht mehr da ist. Du hast einen einschneidenden Alltag.
In deinem Alltag. Mit der Maske. Das Ding macht auch wieder.
Die 19 ist leiser. Jetzt braucht man das nicht mehr.
[Sprecher 3] (34:20 - 35:13)
Das finde ich auch so interessant. Bei der Krankheit der Schlafopnoe. Du warst mit der Krankheit bei einem HNO-Arzt.
Der war auch spezialisiert. Die übergriffige Lösung war nicht, dass du das Problem löst mit einer Maske. Sondern das Übergewicht zu reduzieren.
Ein HNO-Arzt, der auf HNO spezialisiert ist. Der hat gesagt, nicht Experte sein in Gewichtsreduktion. Wir gehen darüber rein mit einer Maske.
Die hat nicht funktioniert. Die ist unkomfortabel. Will man auch nicht haben.
Cool, dass durch das Lösen von diesem übergeordneten Problem so viel einfacher geworden ist. Im Blut hat sich auch einiges getan. Hallo.
[Sprecher 1] (35:14 - 35:24)
Wir haben zum einen starke Fortschritte gemacht. Was das Cholesterin angeht. Von wo?
[Sprecher 2] (35:25 - 35:31)
Wir kommen von 248 im Cholesterin. Und das LDL mit 180.
[Sprecher 1] (35:31 - 36:03)
Man sagt, das LDL-Cholesterin, der allgemeine Wert, der in den Praxen genommen wird, ist der grobe Referenzwert weniger als 150. Manche Labore sagen unter 125. Wenn man weiß, dass du Lipoprotein-A-Wert hast, sollte er mindestens unter 70 sein.
Dementsprechend ist ein Wert von 180 eine andere Hausnummer. Beim gefährlichen Fett im Blut? Genau.
[Sprecher 3] (36:04 - 36:12)
Warst du bei 180? Zielbereich mit deinem Risikoprofil hätte unter 70 sein müssen. Wir reden über eine Reduktion von über 50%.
[Sprecher 2] (36:13 - 36:33)
Genau. Im November 25 war ich noch bei 174. Dann im Januar bei 180.
Im März 26. Nach 2 Monaten bereits bei 76. Gigantisch.
Das ist radikal in den Keller gerauscht. Wie wenn du sagst, ich will dich in meinem Leben nicht mehr haben.
[Sprecher 3] (36:35 - 36:47)
Da sprechen wir gleich noch drüber. Da sind wir auch reingegangen mit Fettsenkern. Das hängt in Verbindung.
Dein Blutfett geht runter.
[Sprecher 1] (36:48 - 38:02)
Wir haben einen noch größeren Hebel auf die Medikamente gebracht. Die Gewichtsreduktion hat uns positiv reingespielt. Es gab noch andere Werte, die sich auch durch die Gewichtsreduktion massiv verändert haben.
Was wir noch gesehen hatten, war ein Entzündungswert. Das ist ein Zwischenprodukt in dem Umbau von Aminosäuren. Das kann entzündliche Prozesse triggern.
Was all die Krankheiten bedingt. Man fühlt sich auch nicht gut. Bei dem Homozystein, dass es weiter umgebaut wird, ist der Hebel über Vitamin B6 und B12.
Wenn ich davon genügend habe, ist der Umbau besser. Du warst bei knapp 15. Schulmedizinisch sollte er mindestens unter 12 sein.
Wir setzen es strenger an. Wir hatten bei ihm mit der Gabe von Vitamin B6 und B12 begonnen. Wir haben über Supplements gesteuert.
Auch hier waren die Werte zu niedrig.
[Sprecher 3] (38:03 - 38:05)
Zu niedrig von den B-Vitaminen.
[Sprecher 1] (38:05 - 39:10)
Genau. Du hast wenig B-Vitamine. Du hast ein hohes Homozystein.
Du brauchst mehr von den B-Vitaminen, damit dein Körper das Homozystein abbauen kann. Kam das nicht durch die Gewichtsreduktion? Das war v.a. über die B-Vitamine. Zusätzlich, die Frage zur Gewichtsreduktion, es nimmt Entzündungspotenzial. Das Homozystein haben wir auf knapp 11. Der letzte Schritt auf die unter 10, das ist kein großer Schritt mehr.
Der wird sich im Laufe einstellen, wenn der Körper das volle Spektrum angenommen hat. Das war noch ein Punkt. Dann war die Schilddrüse ein Thema.
Normalerweise ist der Wert zwischen 0,4 und 4. Das ist die Range, in der der Schilddrüse funktioniert.
[Sprecher 3] (39:10 - 39:13)
0,4 und 4, das ist eine riesige Range.
[Sprecher 1] (39:16 - 40:34)
Ist das zu gering oder zu hoch? Je niedriger der Wert, desto mehr ist es die Richtung einer Überfunktion der Schilddrüse. Je höher der Wert, desto mehr geht es Richtung Unterfunktion.
Normalerweise ist ein Wert zwischen 1 und 2. Bei einer Autoimmunerkrankung hätte man gerne einen Wert unter 1. Man muss aufpassen, wenn man mit dem Schilddrüsenhormon dazu gibt, weil die Schilddrüse nicht ausreichend Hormon produzieren kann, um die Energie aufzubringen, kann man schnell vom Körper aus reagieren.
Jemanden zu sehr in die Überfunktion zu schießen, möchte man nicht. Das kann Herzrhythmusstörungen, Hitzewallungen, Schweißausbrüche, massive innere Unruhe machen. Wir haben auch in einer niedrigen Dosierung begonnen mit dem Schilddrüsenhormon.
Olivier ist bei einem Wert von knapp 4 gestartet. Der war an der Grenze schulmedizinisch gerade noch im oberen Norm rangekratzt. Aber im Hinblick auf Autoimmunerkrankungen, Stoffwechselprozesse etc.
Eigentlich in der Unterfunktion.
[Sprecher 3] (40:35 - 40:43)
Wärst du zum Hausarzt gegangen, wäre das noch in dem Bereich okay? Wäre nicht hervorgehoben worden.
[Sprecher 1] (40:44 - 41:47)
Du hast aber in Verbindung mit dem Gewicht und dem Antikörper von der Schilddrüse abgenommen, der erhöht war. Der hat uns gezeigt, dass diese Autoimmunerkrankung vorliegt. Die Erkrankung liegt vor.
Es ist für diese Erkrankung eine Unterfunktion. Eine relative Unterfunktion. Wir haben ein Thema mit dem Gewicht und dem Stoffwechsel.
Damit zeigt sich bereits, dass die Schilddrüse nicht mitspielen kann. Das war der Aufforderungskarakter. Das Ziel war, mit dem Schilddrüsenwert unter 1 zu kommen.
Du bist bei knapp 2 momentan. Da kommt es auf das Feintuning an. Um wie viel steigern wir die Grunddosierung?
Man schaut sich das eine Zeit lang an. Wo pendelt sich das ein? Dann wird man mit der Dosierung nachlegen.
Man schaut sich das nach 6 bis 8 Wochen an. Dann sieht man, wo sich das einpendelt.
[Sprecher 2] (41:48 - 42:14)
Seit Jahren sagt mein Arzt, ihre Schilddrüsenwerte müssen wir beobachten. Seit 3-4 Jahren. Meine Mutter hat auch diese Unterfunktion.
Auch das habe ich immer wieder betont. Da ist eine Genetik mit drin. Dann habe ich versucht, bei einem Endokrinologen.
Keine Chance. Wenn du nicht krank bist, kommst du da nicht hin.
[Sprecher 1] (42:15 - 42:19)
Selbst wenn du krank bist, wird eingestuft, wie schlimm du krank bist.
[Sprecher 2] (42:19 - 42:33)
Du wartest trotzdem 3-5 Monate. Durch diese ganzheitliche Betrachtung und die Kombination der vielen Werte, ist das ein Thema geworden. Perfekt.
[Sprecher 3] (42:34 - 43:01)
Wenn ich es zusammenfassen kann, du hast eine Schilddrüsenunterfunktion. Das erkennst du am Blut. Zu viel von einem gewissen Hormon ist im Blut.
Um das zu bekämpfen, gibt es ein Medikament. Das senkt das Hormon ab. Das arbeitet wie die Schilddrüse für dich als Körper.
Bekommt man dadurch mehr Energie? Ich habe das gemerkt.
[Sprecher 2] (43:01 - 44:21)
Das ist ganz interessant. Ich war im Freundeskreis verstritten. Mit Olivier muss man abends sehr früh zusammen was machen.
Abendessen mit Olivier am besten um 5 oder 6. Ab 9 schläft er. Ich hatte eine unglaubliche Erschöpfung.
Das war ein Markenzeichen. Durch diese Kombi mit Job und allem, was ich mache, war immer klar, du machst zu viel. Mach mal ruhiger.
Aber es war nicht nur das. Es war auch dieser giftige Cocktail an Erkrankungen. Ich war unfassbar erschöpft.
Abends um 10 oder um 9 war ich platt. Da bin ich im Stehen eingeschlafen. Irgendwie hat neulich ein Kumpel zu mir gesagt, du bist der einzige Mensch, den ich kenne, der beim Reden einschläft.
Wir reden miteinander und du sackst weg. Unfassbar energielos. Einfach platt.
Abends um 9 der eine an den Stecker zieht. Wie hat sich das geändert? Ich bin ein Morgenmensch.
Morgens um 5 oder 6 habe ich pure Energie. Das ist eine Grundtendenz, die ich schon habe. Aber ich bin wesentlich wacher abends.
Das hat sich total gedreht.
[Sprecher 3] (44:24 - 44:28)
Wie heißt das Medikament? Das wurde bei ihm geschrieben.
[Sprecher 1] (44:29 - 44:34)
Das ist der Fachausdruck für dieses Hormon, das man da gibt.
[Sprecher 3] (44:35 - 44:41)
Thyrol ist die Schildhose auf Englisch. Diese Erkrankung ist das Hashimoto?
[Sprecher 1] (44:42 - 45:45)
Genau. Eine autoimmunbedingte Entzündung der Schildhose. Vom Typ Hashimoto.
Was bedeutet das? Der Körper produziert autoimmun Antikörper. Antikörper, die gegen die körpereigenes Gewebe gehen.
Ein Körper erkennt das Gewebe der Schildhose als fremd an. Das Gewebe belegt spezielle Rezeptoren. Die verhindern dann, dass die Schildhose ausreichend dieses Hormon bilden und in den Körper abgeben kann.
Um Energie in den Körper zu geben. Das Problem ist, man kann nicht auf das Immunsystem einwirken. Wir filtern nur diese schlechten Antikörper raus.
Man muss gucken, dass man ein Überangebot an dem anderen gibt. Damit man das wieder ausgleichen kann. Eine Autoimmunerkrankung führt zu entzündlichen Prozessen.
Dann haben wir wieder eine schlechte Spirale.
[Sprecher 2] (45:45 - 45:49)
Im Zug von Vornberg.
[Sprecher 1] (45:50 - 46:05)
Du hast ungefähr jeden Punkt, der in dem Körper Entzündung triggern kann, angeknipst gehabt. Außer Rauchen. Oh Gott.
Bei der Rauchentwöhnung wäre hart geworden.
[Sprecher 3] (46:10 - 46:12)
Blutfette. Auch da seid ihr reingegangen.
[Sprecher 2] (46:14 - 46:34)
Blutfette war meine Baustelle. Nicht Zucker, aber Blutfette. Davon wusste ich vorher gar nichts.
Ich habe mal was davon gehört. Ein sehr guter Freund von mir ist daran sehr stark erkrankt. Ich wusste, das ist was ganz Blödes.
Aber ich dachte, bei mir wird schon nichts sein.
[Sprecher 1] (46:36 - 46:43)
Trotzdem weißt du, dass es beim Großvater was war. Dass man da zumindest mal hellhörig werden kann.
[Sprecher 3] (46:44 - 46:46)
Ihr habt das dann auch mit einem Medikament gesenkt.
[Sprecher 1] (46:47 - 47:17)
Was für ein Medikament war das? Wir haben ein Statin genommen. Das ist der Überbegriff für verschiedene Unterwirkgruppen.
Das bewirkt, dass durch die Entzündung die Leber auch für den Fettstoffwechsel da ist. Die Leber hat einfach mehr LDL, also Cholesterinrezeptoren, fischt das Fett aus dem Blut raus und baut es ab. Also mehr Fett wird ausgeschoben, als man es im Körper einspeichert.
[Sprecher 3] (47:17 - 47:21)
Das ist gut, weil wir haben schon besprochen, wir wollen kein schlechtes Fett haben im Körper.
[Sprecher 1] (47:25 - 48:36)
Da ist es so, dass wir bei ihm in einer mittleren Dosierung sind. Es gibt eine gewisse Dosierungsrange, die ich gehen kann. Man schafft, je höher ich in der Dosierung gehe, teilweise nicht mehr die Stärke des Effektes, um noch weiter zu senken.
Geht aber dann schneller das Risiko, dass man Nebenwirkungen bekommen kann. Nachdem wir ihn zusätzlich noch Krafttraining machen und er auch ein Ausdauersportler ist, ist das Risiko Nebenwirkungen mit Muskelkrämpfen oder Schmerzen einfach zu hoch, dass man sagt, das macht schwere Beine z.B., dann lähmt ihn das im Sport. Wir sind aber noch nicht 100% in dem Bereich angekommen, wo wir hinwollen, sodass wir uns dazu entschieden haben, eine Kombination aus 2 Wirkstoffen zu machen.
Einmal diesem Statin und einmal aus E-Cetimib. Das ist ein Wirkstoff, der verhindert, die Aufnahme von schlechten Cholesterin aus dem Darm in die Blutbahn. D.h., ich habe per se schon mal weniger im Blut. Die beiden zusammen haben einen stärkeren Effekt. Da laufen jetzt die Wochen aus, bis wir die nächste Kontrolle haben. Verstanden.
[Sprecher 3] (48:37 - 49:06)
Das sind also die Mechanismen, die du medizinisch umgesetzt hast. Jetzt kann man ja sagen, warum werden so viele Medikamente verschrieben? Die Frage kann man ja stellen.
Was denkt ihr jetzt? Warum alles mit Medikamenten, warum nicht mit Lebensstiländerungen? Wenn ich mal den Devils Advocate spielen darf.
[Sprecher 1] (49:06 - 51:31)
Würden wir uns rein auf Gewichtreduktion konzentrieren und Cholesterin, würde ich sagen, nimm dir viel Zeit. Dann hast du die Möglichkeit, zu einem soliden Ergebnis zu kommen. Du brauchst aber eine unglaublich hohe mentale Stärke, um das durchzuhalten.
Dein ganzes Umfeld muss mitmachen. Wir sprechen nicht über 3 kg abnehmen. D.h., dein ganzer Alltag ist eigentlich nur damit ausgelastet, dieses Thema anzugehen. Das andere ist, wahrscheinlich wäre manches gar nicht möglich gewesen, weil uns dann die Schilddrüse dagegen gespielt hätte. Die Schilddrüse kriege ich nicht anders in den Griff, außer dass ich Hormone gebe. Die wird auch von alleine nicht mehr wiederkommen.
D.h., in dem Fall hätte ich viele Maßnahmen probiert, die auf Dauer einfach zu lang gedauert hätten, weil der Körper gar nicht in der Lage ist, es zu verändern, was nur zu einer Frustration des Patienten geführt hätte. Dementsprechend hätte man sagen können, wenn ich so wenig wie möglich machen möchte, dann hätte ich ein Schilddrüse-Medikament gegeben und das andere dann eben angegangen, durch Maßnahmen ohne Medikament. Aber wie vorhin schon gesagt, beim Cholesterin wären wir aufgrund des Risikoprofils überhaupt nicht in die Werte gekommen, dass ich ihm in Anführungszeichen versprechen kann, dass das Thema Atherosklerose für ihn kein Thema mehr sein wird.
Und Gewicht, das wäre vielleicht noch am ehesten das gewesen, wo man sich über die Zeit hätte hinarbeiten können. Aber ich sage sonst zu meinen anderen Patienten, die wirklich stark übergewichtig sind, wenn ihr Cholesterin und Gewicht über die Ernährung steuern wollt, dann ist ab heute die Ernährung deine Pille. Das bedeutet, du musst sicherstellen, dass jeden Tag, 365 Tage im Jahr, deine Pille eingenommen wird.
Also deine Ernährung on spot ist. Das ist nahezu nicht möglich. Und darum hat man eine relativ einfache Legitimierung, an Medikamentenschrank zu gehen.
Das war die Überlegung, weshalb wir frühzeitig gestartet sind.
[Sprecher 2] (51:31 - 52:13)
Wie war das für dich, Olivier? Hochmotivierend, hochspannend, dieses Wissen zu haben über diese Zusammenhänge. Und natürlich auch eine Erklärung, warum ich so viele Anläufe genommen habe, und die nicht ins Leere liefen, wenn der Körper gegen sich selber arbeitet.
Und natürlich eine große Dankbarkeit, weil wenn man weiß, man sitzt im Zug, irgendwann passiert es mit Schlafapnoe, mit Übergewicht, mit Stress, mit Ernährung, mit Alkohol, mit diesem ganzen giftigen Cocktail, bin ich mir relativ sicher, das wäre in den nächsten 5-10 Jahren passiert. Dieses gesund alt werden, das ist ja unser aller Ziel. Aber das hätte ich nicht erreicht, mit Sicherheit.
[Sprecher 3] (52:14 - 53:14)
Was ich interessant finde, wie legt man da eigentlich los? Wie soll ich sagen, warum Medikamente? Das Spannende ist, wenn wir mal raufgucken, was du bereits machst, und wie du auch sonst deine restlichen Routinen, was auf Sport angegangen ist, hast ändern können, man erkennt so einen Startschuss bei dir.
Und ich kann mir so dumm vorstellen, wie schwierig das einfach ist, wie viel schwieriger ist Sport, wenn du diese 80 Pakete Butter mit dir rumtrinkst. Und dazu eben noch, so müde bist du am Ende des Tages, nach einem Arbeitstag. Ich kann mir den Tag ja vorstellen.
Du führst morgens früh auf, gehst zur Arbeit, danach machst du dir noch Immobilien oder Familie. Dann ist es ja 9 Uhr, dann bist du halt total platt. Wie soll das in diesem Leben, wo soll der Startschuss herkommen?
Deswegen kann ich mir total gut vorstellen, wie das motivierend ist. Was hat dich denn, wenn wir jetzt mal auf dein Leben gucken, an deinen Alltagsgewohnheiten geändert? Oder woran arbeitest du, was du noch anpassen möchtest?
[Sprecher 2] (53:14 - 54:11)
Ich würde schon sagen, ich bin immer noch am Anfang. Weil das Gute ist, dass sich das Bewusstsein so verändert. Aber das Schwierige ist natürlich, das in sein Leben einzubauen.
Gerade beim Sport bin ich noch nicht zufrieden. Ich habe einfach momentan noch zu viele Projekte und zu viele Zeiträuber. Kraftsport ist für mich ein ganz wichtiger Fokus, wo ich mehr machen möchte.
So zweimal die Woche. Auch jetzt bewusst ein realistisches Ziel, was ich schaffen kann. Zweimal die Woche Kraft, einmal die Woche Ausdauer, das bringe ich unter und das ist mein Ziel die nächste Zeit.
Ansonsten bin ich da auf einer super Reise. Dieses Wochenende war natürlich die Initialzündung. Dieses Bewusstsein und diese ganzheitliche Betrachtung seiner selbst mit deiner Hilfe, mit diesem Wissen um diese Zusammenhänge.
Das ist normalerweise gar nicht zugänglich. Das ist einfach eine andere Dimension, was er da jetzt macht.
[Sprecher 1] (54:12 - 54:29)
Ist es beim Sport eher, dass du merkst, es ist ein Zeitthema oder ist es ein Gehemmtsein, weil Kraftsport einfach nicht so gängig ist, weil du sonst mehr im Ausdauersport zu Hause bist? Ja, das spielt sicher eine Rolle.
[Sprecher 2] (54:30 - 55:10)
Da muss ich mich sehr überwinden, um an die Geräte zu gehen. Und ich habe vielleicht auch noch nicht, ich muss es jetzt vielleicht 4-8 Wochen durchhalten, dann erlebe ich die positiven Effekte. Ich schaffe es bis zum ersten Muskelkater und dann kommt wieder eine Woche, wo ich es nicht schaffe.
Dann gehe ich es wieder an. Da fehlt mir die Kontinuität. Vielleicht muss ich auch, wie bei Marco, ein paar Handeln in den Keller legen, um es jeden Tag zu machen.
Der Gang ins Studio ist natürlich immer auch wieder, sich aufzuraffen. Wenn eine Handelbank zu Hause ist, dann geht man vielleicht 2-3 Mal mehr die Woche ran und macht die 10-20 Minuten morgens. Spannend.
[Sprecher 3] (55:10 - 55:25)
Die Reise geht immer weiter. Es ist nichts, was man einmal abhakt und dann ist man fertig. Aber ganz spannend, die Reise bisher zu sehen.
Gibt es sonst noch etwas, was wir erwähnen sollten oder was wir noch vergessen haben auf eurer gemeinsamen Reise?
[Sprecher 1] (55:26 - 56:02)
Ich hätte noch eine Frage. Du hast vorhin schon gesagt, deine Frau ist auch aus dem Medizinischen mit. Wie hat sich deine Familie darauf eingestellt?
Oder habt ihr, gerade das Thema mit Ernährung oder auch Zeitmanagement etc., also das Leben drumherum, um die medizinischen Punkte, die wir gemacht haben, gab es da Veränderungen auch für deine Familie? Oder wo du gesagt hast, pass auf, wir müssen da etwas ändern, aber es funktioniert nur, wenn wir alle an einem Strang ziehen. Gab es da irgendeinen Punkt, wo du gemerkt hast, es hat sich verändert bei uns?
[Sprecher 2] (56:02 - 57:36)
Sehr positiv verändert hat sich das durch mein Bewusstsein dieser Zusammenhänge. Auch meine Frau hat sich auf diese Reise gemacht, nicht so extrem wie ich, aber auch mehr Bewusstsein darauf gelegt. Z.B. das Thema Proteine spielt seit dem Wissen mit dir eine große Rolle in unserem Leben. Wir essen wesentlich proteinbewusster. Auch meine Frau, die vorher eher bei den Kohlenhydraten zu Hause war, hat eher die Baustelle Zucker. Bei mir ist das Thema Fette, bei ihr Zucker.
Sie sagt immer, sie ist Schokoholiker. Sie liebt Schokolade über alles. Das ist ihr Suchtpotenzial, wie bei mir der Alkohol und das Fleisch eher.
Sie ernährt sich jetzt auch mit mir gemeinsam sehr viel proteinbewusster. Extrem mehr. Sie hat tatsächlich auch über 10 Kilo abgenommen, nur durch eine andere veränderte Ernährung.
Ernährung spielt eine Wahnsinnsrolle. Da sind wir jetzt schon ein Stück zusammen auf dem Weg. Nicht, dass wir jeden Tag alles tracken, aber dieses Bewusstsein hat da viel verändert.
Meine Kinder sind erwachsen. Die sind jetzt 19, 21, 23. Die machen ihr Ding jetzt.
Zwei sind in der Ausbildung, einer geht jetzt ins Studium. Dafür bin ich aber viel zu wenig zu Hause, um das immer durchzudiskutieren. Aber meine Frau und ich haben jetzt eine neue Mission für uns.
Das ist auch ein toller Zeitpunkt, weil die Kinder jetzt aus dem Haus gehen und jetzt können wir unser Leben neu sortieren. Und auch haben da was Griffiges für uns.
[Sprecher 3] (57:37 - 57:48)
Toll. Vielen, vielen Dank fürs Teilen, Oliver. Total spannende Reise.
Ich bin mega gespannt, was sonst noch so weiter ausbaldowert im Duo.
[Sprecher 2] (57:49 - 57:52)
Fällt euch schon noch was ein? Absolut. Vielen Dank, Markus.
[Sprecher 3] (57:52 - 58:15)
Vielen Dank euch fürs Zuhören. Die Textversion von dieser Folge findet ihr wie immer unter longgame.de Da haben wir alles zusammengefasst, was wir hier besprochen haben. Könnt ihr euch wie immer anhören unter longgame.de Komplett kostenlos. Vielen Dank dir, Olivier. Markus, vielen Dank. Tschüss.
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